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Sechs Millionen Euro für den Heidebogen

Für die Region gibt es in diesem und nächstem Jahr zusätzliches Geld. Davon profitieren auch Städte und Gemeinden im Raum Kamenz.

Regionalmanagerin Susanne Dannenberg freut sich, dass die Leader-Region Dresdner Heidebogen für 2021 und 2022 zusätzlich sechs Millionen Euro bekommt, womit verschiedene Projekte unterstützt werden können.
Regionalmanagerin Susanne Dannenberg freut sich, dass die Leader-Region Dresdner Heidebogen für 2021 und 2022 zusätzlich sechs Millionen Euro bekommt, womit verschiedene Projekte unterstützt werden können. © Matthias Schumann

Königsbrück. Die 30 Leader-Gebiete in Sachsen erhalten für die Jahre 2021 und 2022 zusätzlich insgesamt 104 Millionen Euro. Das gab jetzt das Ministerium für Regionalentwicklung bekannt. Auf die Region Dresdner Heidebogen entfallen davon sechs Millionen Euro. Zur Region gehören insgesamt 19 Gemeinden, zum Beispiel Königsbrück, Kamenz und Radeburg. Was passiert mit dem Geld, wie wird es verteilt? Sächsische.de sprach dazu mit Susanne Dannenberg, der Regionalmanagerin des Dresdner Heidebogens.

Frau Dannenberg, sechs Millionen für den Heidebogen. Das klingt viel. Ist es mehr als in den vergangenen Jahren?

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Da es sich um zusätzliches Geld handelt, ist es auf jeden Fall ein Gewinn für die Region, und darüber bin ich froh. Zum Vergleich: In den vergangenen sechs Jahren konnten wir 22 Millionen in der Region binden. Das Geld stammt übrigens zu 80 Prozent aus der EU und 20 Prozent vom Land Sachsen.

Wie groß ist die Leader-Region Dresdner Heidebogen?

Die Region umfasst ein großes Gebiet. Sie reicht von Großenhain bis Kamenz, von Bernsdorf bis Moritzburg. Inzwischen gibt es Interessenten aus Nachbarkommunen, die dem Dresdner Heidebogen für die neue Förderperiode beitreten wollen.

Von Unternehmen bis Verein: Wer sich bewerben kann

Wie soll das Geld ausgegeben werden?

Es gibt ein Gremium, den Koordinierungskreis, der darüber entscheidet, welche Projekte gefördert werden. Zu diesem Kreis gehören Bürgermeister, aber auch sogenannte Sozialpartner wie Architekten sowie Vertreter von Vereinen. Bis Mai muss nun entschieden werden, welche Handlungsfelder in diesem und im nächsten Jahr unterstützt werden können. Erst dann starten wir einen Aufruf, damit sich Privatpersonen, Vereine, Selbstständige, Kommunen, Kirchen oder mittelständische Unternehmen bewerben können.

Sie sprechen von Handlungsfeldern. Was ist damit gemeint?

Wir unterscheiden unter den Handlungsfeldern Wohnen & Soziokultur, Wirtschaft & Infrastruktur, Tourismus & Naherholung & Freizeit, Bildung und nachhaltiger Landnutzung. In den Kommunen des Heidebogens, die im Kreis Bautzen liegen, wurde in den vergangenen Jahren mit 36 Vorhaben besonders der Wohnbereich gefördert. Rund drei Millionen Euro Fördermittel wurden dafür verwendet, bei einer Investitionssumme von knapp neun Millionen Euro.

Auch die Tourismusstrecke wurde begünstigt. Ich erinnere da an Geldzuwendungen für ein städtebauliches Rahmenkonzept für den historischen Ortskern Brauna, an eine Überdachung des Festplatzes im Via-Regia-Park in Königsbrück, die Gestaltung des Tennenplatzes am Sport- und Freizeitzentrum Oberlichtenau mit Kunststoffbelag insbesondere für den Spielmannszug sowie der Ertüchtigung einer Laufbahn zur Mitnutzung für die Schule oder an die Unterstützung des Bienenmuseums in Oberlichtenau sowie des Rassegeflügelzüchtervereines in Haselbachtal.

Unterstützung für die gebeutelte Gastronomie?

Welche Bereiche sollen in den nächsten zwei Jahren gefördert werden?

Wir müssen jetzt, gerade in der Corona-Pandemie, schauen, wo die Förderung dringend notwendig, wo ein Bedarf vorhanden ist. Es heißt für uns zu ermitteln, wo etwas fehlt, was die Region braucht.

Können Sie das etwas konkretisieren?

Ich vermute, dass vor allem die Gastronomie und das Hotelgewerbe Unterstützung brauchen. Vielleicht müssen wir auch neue Kategorien entwickeln, die wir in unsere Liste aufnehmen. Denkbar wäre zum Beispiel die Förderung von Hotels oder Pensionen, die innovative Angebote für Fahrrad-Urlauber unterbreiten. Jetzt ist ja Urlaub in der Region oder innerhalb von Deutschland besonders gefragt. In diesem Zusammenhang ist auch die Etablierung von weiteren Caravan-Stellplätzen vorstellbar.

Wenn die Kategorien im Frühjahr ausgeschrieben werden, wie kommen Vereine, Firmen oder Privatpersonen dann an das Geld?

Sie müssen sich mit ihren Projekten bewerben, und der Koordinierungskreis entscheidet dann anhand bestimmter Kriterien, wer eine Förderung bekommt. Dabei sollten die Bewerber immer daran denken, dass bei jeder Förderung auch ein finanzieller Eigenanteil notwendig ist.

Hilfe für Vereine auch durch Workshops

Gerade Privatpersonen oder Vereinen fällt es oft schwer, eine richtige Bewerbung abzugeben. Können Sie helfen?

So kompliziert ist es gar nicht. Und wir bieten jedem Antragsteller bis zur Abgabe seines Antrags Beratungsgespräche an. Diese Gespräche sind für beide Seiten wichtig. So können Antragstellungen qualifiziert und Bedürfnisse erkannt werden.

Was unternimmt der Dresdner Heidebogen außerdem, um die Region und gerade das Ehrenamt zu stärken?

In diesem Jahr wird sich der Verein verstärkt um das regionale Wegenetz kümmern. Hier gilt es, zunächst die vorhandene Wegeführung zu evaluieren und anschließend zu verbessern. Zudem sind mittlerweile die Vereinsworkshops zu einer guten Tradition geworden, die die Vereine für ihre tägliche Arbeit vor allem steuerrechtlich auf dem Laufenden halten. So findet am 24. März ab 18 Uhr ein Online-Seminar unter dem Titel „Fit für das Vereinsjahr 2021“ statt. Dabei geht es unter anderem um gültige Regelungen der Gemeinnützigkeit, aktuelle Regeln zu Steuern und Spenden sowie weitere Erleichterungen für Vereine. Interessenten können sich bis zum 19. März telefonisch unter 035795 285922 oder per Mail unter [email protected] anmelden.

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