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Pulsnitzer Stadtpark verwüstet

Rosen abgeknickt, andere Blumen zertrampelt, Rhododendren zerfleddert - Pulsnitzer sind empört über das, was sie am Mittwochmorgen entdeckt haben.

Im Pulsnitzer Stadtpark haben Unbekannte gewütet und unter anderem diverse Blumen zerstört. Guntram Schäfer, der sich mit seiner Frau ehrenamtlich um das Gelände kümmert, ist entsetzt.
Im Pulsnitzer Stadtpark haben Unbekannte gewütet und unter anderem diverse Blumen zerstört. Guntram Schäfer, der sich mit seiner Frau ehrenamtlich um das Gelände kümmert, ist entsetzt. © Matthias Schumann

Pulsnitz. Es ist noch nicht einmal einen Monat her, das war bei Sächsische.de zu lesen: „So schön ist der Stadtpark jetzt“. Am Mittwochmorgen dieser Woche zeigt sich ein anderes Bild im Pulsnitzer Stadtpark. Blumen sind zertrampelt oder rausgerissen, Rosen abgeknickt und Rhododendren zerfleddert. Auch Rohrteile zum Schutz der Rosenpflanzen wurden herausgerissen und durch die Gegend geworfen. Eine Spur der Verwüstung zieht sich von der Feldstraße in Richtung Poststraße.

Entdeckt hat den Frevel im Stadtpark die Pulsnitzer Bürgermeisterin Barbara Lüke (parteilos), als sie am Morgen mit ihrem Hund spazieren ging. „Ich bin entsetzt über so viel Unvernunft“, sagt sie gegenüber Sächsische.de. Es sei unglaublich, wie ehrenamtliches Engagement buchstäblich mit den Füßen getreten werde. Eigentlich war sie froh, dass es in letzter Zeit kaum Vorfälle im Stadtpark gab. „Das ist jetzt ein totaler Rückschritt“, sagt Barbara Lüke.

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Dieses Bild bot sich am Mittwochmorgen im Pulsnitzer Stadtpark.
Dieses Bild bot sich am Mittwochmorgen im Pulsnitzer Stadtpark. © Guntram Schäfer

Ähnlich sieht es auch Guntram Schäfer. Der FDP-Stadtrat kümmert sich ehrenamtlich mit seiner Frau und anderen Helfern um die Parkanlage. So wurde in den letzten Jahren der Stadtpark wieder zu einer Wohlfühloase gestaltet. Die Freunde des Stadtparks haben alte Bänke repariert und gestrichen, das Areal des ehemaligen Brunnens von Unkraut befreit und neu bepflanzt, Wege befestigt, eine Bienenwiese gesät, das Gartenhaus neu verkleidet, repariert und gestrichen sowie gepflanzt, gepflanzt und wieder gepflanzt.

Im Frühjahr kamen zum Beispiel rund 200 Tulpenzwiebeln in die Erde, später dann Duft-Pelargonien. Die Pflanzen wurden meist von Gärtnereien oder Geschäften der Region gespendet. Auch viele Pulsnitzer gaben immer wieder einmal etwas mit dazu. Wenn Regen ausbleibt, geht Guntram Schäfer täglich die vielen Pflanzen gießen. Es ist sein Hobby als Rentner.

Umso mehr ist er jetzt darüber entsetzt, was im Stadtpark passiert ist. „Es ist schlimm, dass es immer wieder Leute gibt, die die Arbeit der anderen nicht achten“, sagt er. Er ärgert sich auch deshalb, weil viele Leute sich an den Blumen im Park erfreuen, ihn zum Spaziergang oder zum Ausruhen nutzen. Eine Kommentatorin schreibt auf Facebook zu dem Vorfall: „Ich bin erst seit ein paar Jahren in Pulsnitz und habe gehört, dass es im Stadtpark früher ein Wasserspiel gab. Nun haben sich viele Leute die Mühe gemacht, dort wenigstens schöne Blumen zu pflanzen, die vermutlich aus Langeweile einfach kaputt gemacht wurden. Für einige Menschen bedeutet ein Park in der Stadt eine Auszeit vom Alltag. Wem der Park nicht gefällt oder wer meint, seine Langeweile/Wut/Frust dort abladen zu müssen, möge bitte daran denken“.

Anzeige bei der Polizei erstattet

Guntram Schäfer hat inzwischen Anzeige bei der Polizei wegen Vandalismus gestellt. Da bestätigt Julia Garten, Pressesprecherin der Polizeidirektion in Görlitz. Die Polizei wird jetzt dementsprechend ermitteln. Die Pulsnitzer Bürgermeisterin will keine Anzeige erstatten. Sie macht einen anderen Vorschlag. „Der Verursacher kann sich entschuldigen und helfen, den Schaden zu beseitigen“, sagt sie.

Sie bietet dem Verursacher an, eine Nachricht im Park-Briefkasten auf dem Gelände zu hinterlassen. „Das wäre schon mal ein Anfang“, sagt Barbara Lüke. Vielleicht würde auch jemand wissen, wer den Schaden angerichtet hat, und kann ihn überzeugen zu helfen.

Noch am Mittwoch hat Guntram Schäfer wieder einigermaßen Ordnung im Park hergestellt. Er hofft, dass es so einen Vorfall nicht gleich wieder gibt.

Der Beitrag wurde am 4. August 2021 um 14 Uhr mit einem aktuellen Foto ergänzt.

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