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Panschwitz-Kuckau: Ärger um eine kaputte Brücke

Im Ortsteil Lehndorf ist eine Brücke nicht mehr passierbar. Das wird von Anwohnern kritisiert. Warum die Gemeinde keine neue bauen wird.

Die Brücke über das Kleinhänchener Wasser ins Niederdorf von Panschwitz-Kuckau ist kaputt. Das sorgt für Kritik.
Die Brücke über das Kleinhänchener Wasser ins Niederdorf von Panschwitz-Kuckau ist kaputt. Das sorgt für Kritik. © Matthias Schumann

Panschwitz-Kuckau. Breit ist das Kleinhänchener Wasser nicht. Gerade für Fahrzeuge kann es aber zum unüberwindbaren Hindernis werden - wie derzeit im Panschwitz-Kuckauer Ortsteil Lehndorf. Dort sind an der Straße „Am Bach“ zwei Brücken gesperrt: eine, weil dort Bauarbeiten laufen, die andere ist eingebrochen, mit Bauzäunen versperrt und gesichert. Dort klafft zwischen den Zäunen ein Loch, abgedeckt mit einer Europalette.

Die Anwohner auf der anderen Bachseite leben deshalb zurzeit in einer Sackgasse. Für sie sei die Situation ziemlich beschwerlich, erklärt Benedikt Ziesch, der unweit wohnt. Denn die alte Dorfstraße durch das Niederdorf sei nun wegen des Brückeneinbruchs gesperrt. Eine provisorische Zufahrt habe der Bauhof nun über den Fahrweg „Am Park“ hergerichtet beziehungsweise sei noch dabei. Ein 300 Meter langer holpriger Weg, der geschottert ist, teilweise die Fahrspur mit Betonplatten ausgelegt.

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Ersatzbrücke keine Dauerlösung?

Benedikt Ziesch kritisiert die Gesamtsituation. Er schreibt: „Rettungsfahrzeuge, die Feuerwehr, Ver- und Entsorgungsfahrzeuge erreichen die Häuser nur noch vom Osten über diesen Fahrweg „Am Park“ oder von Westen, von der S 100, bis heran an die gesperrte Brücke.“ Aber sie kämen eben nicht mehr direkt bis an die Häuser.

Die alte Brücke sei in die Jahre gekommen, erklärt Bürgermeister Markus Kreuz (CDU), die Eisenträger von Rost zerfressen. Von den Granitplatten im Unterbau seien Teile herausgebrochen. Hier helfe nur ein Neubau. Kreuz rechnet mit Kosten um die 300.000 Euro. Die habe die Gemeinde schlichtweg nicht. Auch gebe es momentan keine Fördermittel. Die Alternativen würden derzeit hergerichtet.

Gemeinde hat kein Geld für einen Neubau

Kreuz verweist darauf, dass sich nur rund 50 Meter entfernt die nächste Brücke befindet. Die ist laut Benedikt Ziesch allerdings auch nicht im besten Zustand. Der Bauhof habe sie jetzt repariert und mit einer Betonplatte verstärkt, erklärt der Bürgermeister, sodass sie in Kürze zur Verfügung stehe. Mitte der Woche wurde noch an den Anschlüssen zu den Straßeneinmündungen gepflastert. Allerdings werde der Übergang nur eine Belastbarkeit bis zu 3,5 Tonnen haben, kritisiert Ziesch.

Ein Rettungswagen könne die Brücke aber passieren, versichert der Bürgermeister. Bei größeren Fahrzeugen werde es aber schwierig. Die Feuerwehr könne die Schläuche über die Brücke ausrollen, die Entfernung sei nicht zu groß.

Außerdem werde ja für die Anwohner besagter Fahrweg von der anderen Seite aus hergerichtet. Der sei inzwischen freigeschnitten und verbreitert worden. Die Möglichkeit zum Wenden sei gegeben. Die Verkehrssicherheit werde derzeit hergestellt, auch für Müllfahrzeuge, Tanklaster für die Heizung, die Feuerwehr. Letztlich gehe es nur um drei Häuser. Das rechtfertige nicht die Brücken-Investition. Die Lösung sei aus Sicht der Gemeinde eine gangbare Alternative.

Aber keine Dauerlösung und "keine ordentliche Straße", kritisiert Ziesch. Die Brücke mit der Tonnage-Begrenzung sei kein akzeptabler Zustand, nur eine Notlösung. Die Anzahl der betroffenen Häuser dürfe nicht das Kriterium sein. Es müssten eben Wege gefunden werden, das Geld für eine neue Brücke zusammenzubekommen.

Gemeinde setzt andere Prioritäten bei Investitionen

„Die Einwohner hoffen, dass die Brücke wieder aufgebaut und eine ordentliche Ortsdurchfahrt durch das historische Lehndorf auf der Via Regia möglich sein wird“, betont Ziesch im Namen der Lehndorfer. Es sei das letzte Stück der Straße, die mal durch Lehndorf geführt habe, bevor Mitte des 19. Jahrhunderts die heutige Staatsstraße S 100 gebaut wurde. Das sei doch erhaltenswert.

Die Gemeinde habe viele Straßen-Kilometer, aber im Vergleich dazu wenig Einwohner, erklärt der Bürgermeister. Es mag paradox erscheinen, aber gerade daran würden sich die Zuwendungen für den Straßenbau orientieren. Die seien viel zu gering. Und ganz oben auf der Investitionsliste der Gemeinde stehe die Schule, die in Etappen hergerichtet werde. Für den aktuellen Bauabschnitt seien die Baukosten extrem gestiegen und über 300.000 Euro zusätzlich zu stemmen. Das habe Priorität. „Wir können nur Geld ausgeben, das wir haben."

So erscheint ein Brückenbau eher unwahrscheinlich, stattdessen droht wohl irgendwann der Abriss. Benedikt Ziesch: „Dagegen wehren wir uns. Es wäre schade, wenn die alte Brücke für immer stillgelegt würde.“

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