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Pulsnitz: Abriss der Kante kann starten

Dass das marode Gebäude in der Innenstadt verschwinden soll, war lange klar. Eine wichtige Entscheidung stand aber noch aus.

Die Kante von oben: Der Abriss des Gebäudes in Pulsnitz soll Ende des Jahres beginnen.
Die Kante von oben: Der Abriss des Gebäudes in Pulsnitz soll Ende des Jahres beginnen. © René Plaul

Pulsnitz. Jetzt steht dem Abriss der Kante nichts mehr im Weg. Der Stadtrat von Pulsnitz stimmte dafür, dass für das Verschwinden der ehemaligen Sportstätte an der Robert-Koch-Straße mehr Geld als geplant ausgegeben werden kann. In der letzten Stadtratssitzung gab es für die Abriss-Mehrkosten Grünes Licht – bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen.

 2014, als der Abriss beschlossen wurde, rechnete man mit 445.000 Euro für Abriss und vollständige Neugestaltung der Brache (ohne Parkmöglichkeiten). Als die Umsetzung des Abrisses konkreter wurde, wurde diese erste Schätzung angepasst  - 405.000 Euro kamen so in den Haushaltsplan des aktuellen Jahres. 

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Nachdem die Stadt das Eckgrundstück zur Vervollständigung des Karrees hinzuerwerben konnte, wurden auch die Abrisskosten für dieses Haus mit einbezogen, was die Schätzung auf 450.000 Euro ansteigen ließ. Mit der Planung konnte es erstmals eine konkrete Kostenberechnung geben, denn erst jetzt wurde alles im Einzelnen durch einen Fachmann berechnet.

So kam noch einmal eine Erhöhung, und der Betrag ist nicht unerheblich. Immerhin werden für den Abriss insgesamt rund 570.000 Euro veranschlagt. Das sind dann noch einmal rund 127.000 Euro mehr.

Baumaterialien mit Schadstoffen belastet

In der Stadtratssitzung wurde der aktuelle Abrissplan vorgestellt. So konnte man den Räten erklären, warum die Kosten so in die Höhe geschossen sind. „Keiner konnte anfangs voraussehen, wie viele und welche Schadstoffe in der Kante verbaut worden sind“, erklärt Bürgermeisterin Barbara Lüke. Auch von Asbest ist da die Rede. Der Ausbau dieser Stoffe und die fachgerechte Entsorgung kosten. Das Dach des Hauses ist außerdem so marode, dass es nicht einfach abgerissen werden kann, sondern dass man sehr vorsichtig die einzelnen Teile abtragen muss.

Ein weiterer zusätzlicher Kostenpunkt sind Maßnahmen, um die Anwohner bei den Abrissarbeiten zu schützen. „Auch das ist in dem Abrisskonzept enthalten“, so Barbara Lüke. Vorgesehen ist, die wohnungsnahen Seiten der Kante während des Abrisses mit dichten Planen zu verhüllen. Außerdem werden im Haus die Fenster geschlossen, damit kein Staub – auch chemisch belasteter – nach außen dringen kann.

Zwei Drittel kommen aus Fördermitteln

In der alten Kostenschätzung nicht näher beziffert waren auch die Planungskosten. Diese schlagen jetzt mit reichlich 60.000 Euro zu buche. Das sind 15 Prozent der Abrisskosten. Das ist gesetzlich nach der Honorarordnung für Architekten geregelt. „Beim Vertragsabschluss mit dem Planer stand dessen Honorar noch nicht fest, weil die Gesamtkosten noch nicht ermittelt waren“, erklärt die Bürgermeisterin. Letztlich stehen also die 570.000 Euro im Haushalt der Stadt Pulsnitz. Ein Drittel davon muss die Stadt selbst aufbringen, der Rest kommt über Fördermittel.

Derzeit laufen die Ausschreibungen für die Arbeiten an der Kante. Das kann sich eine Weile ziehen. „Wenn alles nach Plan geht, könnte noch dieses Jahr der Abriss starten“, sagt Barbara Lüke. Ist dieser geschafft, sollen erst einmal Parkplätze auf der Fläche entstehen. Im Stadtentwicklungskonzept aus dem Jahr 2014 ist sogar von einem Parkhaus die Rede. Doch darüber will die Bürgermeisterin jetzt nicht diskutieren. „Es gibt eine Machbarkeitsstudie, mehr nicht.“ Erst einmal muss der Abriss über die Bühne gehen, dann will die Stadt weitersehen.

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