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Kamenz macht sein Stadttheater fit

An dem Gebäudekomplex muss der Brandschutz verbessert werden. Doch auch an anderer Stelle gibt es Sanierungsbedarf. So geht die Stadt damit um.

Von Reiner Hanke
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Am Kamenzer Stadttheater ist einiges sanierungsbedürftig. Baudezernent Michael Preuß weiß, was zu tun ist.
Am Kamenzer Stadttheater ist einiges sanierungsbedürftig. Baudezernent Michael Preuß weiß, was zu tun ist. © Matthias Schumann

Kamenz. Spielzeit-Stopp steht gleich ganz vorn auf der Internetseite des Kamenzer Stadttheaters. Wegen Corona ist erst einmal bis 9. Januar alles abgesagt. Nichts destotrotz machen sich die Stadtväter über die Zukunft des Theaters Gedanken - vor allem in baulicher Hinsicht. Zuletzt wurde Ende der 1990er-Jahre groß saniert. Inzwischen haben sich wieder einige Baustellen aufgetan. Die wohl wichtigste ist der Brandschutz, denn gesetzliche Sicherheitsvorgaben haben sich verändert.

Das hat bereits der Jugendclub Safe Club, der im Stadttheater-Komplex sein Domizil hat, spüren müssen. Im vorigen Jahr ließ nicht nur Corona das Clubleben zum Erliegen kommen, sondern zeitweise auch eine fehlende Brandschutztür, die dringend montiert werden musste. Das ist inzwischen erledigt.

Doch weitere nötige Investitionen stehen schon seit einiger Zeit im Raum. Nach der Überprüfung durch Brandschutz-Fachleute hat die Stadt jetzt einiges vorgezogen und beseitigt Mängel an der Brandschutzanlage. In den ersten Monaten des kommenden Jahres soll alles erledigt sein.

Notbeleuchtung wird verbessert

So soll auch die Notbeleuchtung verbessert werden. Im Brandfall hat das Theater in Zukunft auch einen direkten Brand-Melde-Draht zur Rettungsleitstelle in Hoyerswerda. Die gesamte Brandmeldezentrale wird erneuert bis hin zum Austausch von Feuermeldern.

Das soll künftig nicht nur für die Sicherheit des Publikums sorgen, sondern auch der Mitarbeiter. Es sei letztlich auch eine vorsorgliche Investition, schätzt der Kamenzer Baudezernent Michael Preuß ein. Die Anlage sei älter als 17 Jahre. Mit Ersatzteilen und Reparaturmöglichkeiten sehe es immer schlechter aus, oder es werde sogar unmöglich.

Fluchttreppe und zweiter Zugang sind nötig

Außerdem liege die Wartezeit auf eine solche Anlage inzwischen bei zwei Monaten. Im Havarie-Fall würde das die Stadt und den Veranstaltungsbetrieb vor eine schwierige Situation stellen. Nun ist geplant, die Brandmeldeanlage im ersten Quartal des kommenden Jahres auszutauschen.

Auch im Malzhaus mit der Dauerausstellung zur Kamenzer Stadtgeschichte wird die Anlage ertüchtigt – das kostet insgesamt rund 40.000 Euro. Brandschutz sei nicht billig. Und die Stadt geht davon aus, dass diese Technik noch deutlich teurer wird. Das sei ein Grund mehr, die Investition jetzt vorzuziehen.

Im Stadttheater liegt aber noch mehr an. Es braucht für den Ernstfall „einen zweiten unabhängigen Rettungsweg“, erklärt Michael Preuß. Für den Bau der Fluchttreppe – außen oder innen – gebe es mehrere Lösungsmöglichkeiten. Letztlich sollen Fluchtströme getrennt und gegenläufige Fluchtbewegungen verhindert werden. Sonst könnte es zum Beispiel im Innenhof beim Safe Club eng werden.

So soll es künftig auch einen zweiten Zugang zum Jugendclub geben. Dafür ist ein Durchbruch durch die derzeitigen Heizungsräume zur Pulsnitzer Straße geplant. Der Heizungsraum werde um- und in dem Zuge auch eine neue Heizanlage eingebaut.

Planung beginnt im kommenden Jahr

Nach den Bauarbeiten soll auch das sogenannte Atelier, ein Vereinsraum, wieder zur Verfügung stehen. Derzeit ist der Raum gesperrt. Das Atelier mieten zum Beispiel der Malzirkel und kleine Sportgruppen. Denn der Theaterkomplex hat viele verschiedene Funktionen.

Ein wunder Punkt ist noch das Dach. Bei der Sanierung 1998 wurde der Bereich zur Theaterstraße nicht mit erneuert. Stürme der zurückliegenden Jahre nagten an der Substanz. Hier muss die Stadt ebenfalls Geld in die Hand nehmen. Vor mehr als 20 Jahren wurden im Foyer-Bereich auch Glaselemente ins Theaterdach eingebaut. Dort bestehe nach 23 Jahren ebenfalls Sanierungsbedarf.

Die planerischen Vorbereitungen für das alles sollen nun im kommenden Jahr erledigt werden. In den zwei darauffolgenden Jahren soll dann gebaut werden. Allerdings nur, wenn es der Stadt auch gelingt, dafür Fördermittel zu bekommen, sagt der Dezernent. In der mittelfristigen Planung war wohl mal eine halbe Million Euro fürs Theater veranschlagt worden. Ob das reicht, wird sich zeigen.