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Der Froschkönig vom Rödertal

Der Chef des Großröhrsdorfer Museums ist selbst ein leidenschaftlicher Sammler - und zeigt nun seine kuriosen Exponate in einer Sonderschau.

"Sei kein Frosch" heißt die Ausstellung, die sich um die Sammelleidenschaft von Mathias Hennig dreht. Die Sonderschau mit Kuriositäten ist im Großröhrsdorfer Heimatmuseum zu besichtigen.
"Sei kein Frosch" heißt die Ausstellung, die sich um die Sammelleidenschaft von Mathias Hennig dreht. Die Sonderschau mit Kuriositäten ist im Großröhrsdorfer Heimatmuseum zu besichtigen. © Matthias Schumann

Großröhrsdorf. Einen Frosch geküsst hat Mathias Hennig noch nicht – einen echten zumindest. Aber angetan haben es ihm die Lurche seit Jahren. In seinem Haus in Großröhrsdorf begegnen Besucher ihnen auf Schritt und Tritt. Über Tausend Figuren sind es auf jeden Fall, schätzt Hennig.

Da wird es langsam eng für die Leidenschaft. Doch ein Teil der Sammlung ist jetzt ins Heimatmuseum ausgewandert – wenn auch nicht alle: „Ganz lurchlos wollte ich daheim nicht bleiben“, sagt Mathias Hennig, der selbst das Museum leitet. Sonst sucht er immer Partner für die jährlichen Sonderausstellungen, diesmal ging das auf ganz kurzem Weg.

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„Sei kein Frosch“, heißt der muntere Streifzug durch die Welt der Frösche. Da gibt es viel zum Schauen, Staunen, Schmunzeln. Es sollte eigentlich die traditionelle Weihnachtsausstellung werden: „Aber es weiß ja keiner so genau, wie sich das Infektionsgeschehen und damit die Corona-Auflagen entwickeln“, sagt Hennig. Deshalb habe die Museumsmannschaft den Start vorgezogen und lasse die Froschparade auch noch bis April hüpfen.

Vom Museumsteam zur Ausstellung überredet

Seine Museumsleute seien es auch gewesen, die ihn zur Ausstellung überredet hätten, sagt Hennig. Zum 70. Geburtstag im Sommer hätten sie ihn gedrängt, aus der privaten Sammlung eine Ausstellung zu gestalten. Nun wimmelt es im Museum von Fröschen, soweit das Auge reicht.

Begonnen habe eigentlich alles mit Briefmarken. Die sammle er seit der Kindheit und seit 30 Jahren welche mit Froschmotiv. Da habe er inzwischen 90 Prozent der etwa 5.000 Marken, die es gibt, berichtet der Sammler. Vor zwölf Jahren kam schließlich die erste Froschfigur ins Haus. Dann wurden es immer mehr: „Die haben schwunghaft gelaicht“, sagt Hennig schmunzelnd. Viele habe er selbst aufgestöbert – auf Trödelmärkten oder Reisen. Etliche steuerten Freunde, Verwandte, Bekannte mit zahlreichen Mitbringseln über die Jahre bei.

Sogar am Bett daheim sitzen Frösche, aber nicht im Bett, betont Mathias Hennig. Eine freie Zone müsse schließlich sein. Aber auch seine Frau habe sich an die merkwürdige grüne Gesellschaft gewöhnt und spreche sogar von „unseren Fröschen“. Die kommen inzwischen aus aller Welt. Am weitesten gehüpft sind wohl die Exemplare aus Vietnam und der Dominikanischen Republik.

Häkelfrösche, Plüschfrösche, Keramik-, Kunststoff- und Blechfrösche sind zu sehen. Die meisten hocken still. Aber einige hüpfen, wenn man sie aufzieht. Solche kennen bestimmt noch viele aus der Kindheit.

Eines der ältesten Stücke stammt aus den 1930er-Jahren, eine Prinzessin mit Fröschlein. Die kleinsten Exemplare sind kaum einen Zentimeter groß. Frösche in allen Positionen sind zu besichtigen, mit Handy, Schirm oder selbst dort, wohin auch der Frosch zu Fuß hüpfen muss. Es gibt den Frosch für jeden Anlass, sogar als Parfüm, vermutlich froschfrisch.

Auch ein makabres Exemplar gehört zur Sammlung

Der wissenschaftliche Teil des Hobbys steht in Fachbüchern, die Hennig ebenfalls gesammelt hat. So ist in der Ausstellung auch etwas über den giftigsten Frosch der Welt zu erfahren. Ein gelber Bewohner Südamerikas - der "Schreckliche Pfeilgiftfrosch". Ein kleiner Tropfen des Giftes reicht wohl aus, um einen Menschen zu töten, berichtet Mathias Hennig. Und natürlich muss auch das Märchen vom Froschkönig eine Rolle spielen.

Welche seine erste Frosch-Figur gewesen ist, wisse er gar nicht mehr. Dafür aber, welches das makaberste Exemplar ist: ein präparierter Frosch. Ein Amphibien-Tunnel-Bauer habe den mal als Werbegeschenk verteilt.

Und wenn der Sammler zu Neujahr anstoßen will, dann kann er das auch mit einem Krötenlikör tun. Bevor er mit dem Frosch-Tischfeuerwerk das neue Jahr begrüßt – quasi mit einem Knallfrosch.

Besucher können die Sonderausstellung und auch alle anderen Exponate jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr im Heimatmuseum von Großröhrsdorf, Mühlstraße 5, besichtigen. Außerhalb dieser Zeiten sind Führungen für Gruppen ab fünf Personen möglich – Anmeldung unter 0172 5289752.

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