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Kartoffeln gegen Oldtimer

Bei der Agrargenossenschaft trifft am heutigen Sonnabend die Oldtimerrallye auf den Verkauf neuer Kartoffeln – eine logistische Herausforderung.

© Kristin Richter

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Ebersbach. Etwa 150 Fahrzeuge kommen jetzt immer sonnabends auf den Mietenplatz der Ebersbacher Agrargenossenschaft an die Hohndorfer Straße. Die Leute wollen neue Kartoffeln kaufen: die festkochende rote Laura oder Vieneta oder die mehlige Einkellerungsknolle Afra. Von 8 bis 12 Uhr werden die Herbstfrüchte von der Agrargenossenschaft angeboten.

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Vier Spuren wie auf der Autobahn

Diesen Sonnabendvormittag bekommen diese Autos aber „Konkurrenz“ von weiteren 150 Fahrzeugen – allerdings sehr viel älteren und sicher auch schöneren. Die Oldtimerrallye Elbflorenz kommt zwischen 9.30 und 11 Uhr durch Ebersbach. Auf dem Mietenplatz machen die Teilnehmer eine Wertungsprüfung: Sie müssen ihre Fahrzeuge vom Gewicht her schätzen und fahren mit ihnen dann auf die Waage. „Wir müssen schauen, dass sich Kunden und Oldtimer nicht ins Gehege kommen“, sagt Oliver Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft. Schließlich sind die alten Fahrzeuge wertvoll. „Unsere Kartoffeln aber auch“, scherzt Schmidt. Die Zufahrt und der Mietenplatz werden deshalb zu einer Art Autobahn. Vierspurigkeit wird mit Verkehrskegeln eingerichtet. Spur eins und zwei sind für Aus- und Einfahrt der Oldtimer, Spur drei und vier für die Kartoffelkunden.

Werbeeffekt für Firma und Dorf

Trotz dieser logistischen Herausforderung sagte Oliver Schmidt sofort zu, als ihm von Veranstalter Marcus Hendel im Juli die Offerte der Rallyestation angeboten wurde. Hendel organisiert die fünfte „Elbflorenz“ zusammen mit der Sächsischen Zeitung. „Für uns ist das ein Werbeeffekt für die Direktvermarktung“, meint Oliver Schmidt. Sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer der Rallye würden den Kartoffelverkauf damit wahrnehmen. Drei seiner Mitarbeiter sorgen am heutigen Sonnabendvormittag für reibungslose Abwicklung vonseiten der Agrargenossenschaft. Die Rallyeveranstalter setzen „die gutachter“ ein, ein Kfz-Prüfungszentrum aus Kesselsdorf. Die werden die Wertungsprüfung abnehmen.

Sollte alles gut funktionieren – wovon Oliver Schmidt ausgeht – könnte sich die Agrargenossenschaft vorstellen, auch bei späteren Rallyes wieder mitzumachen. „Das ist doch letztlich auch Tourismusförderung für unsere Region“, meint Schmidt. Die Oldtimer werden durch den ganzen Ort rollen, die Fahrer können selbst auch das Dorf anschauen. Sehen und gesehen werden. Das ist auch in Thiendorf an der Total-Tankstelle möglich, wo die Oldtimer zwischen 9.40 Uhr und 11.10 Uhr hinter dem Gebäude herumfahren, um sich eine Gratisbefüllung Motoröl abzuholen. Total ist ein Sponsor der Elbflorenz-Rallye. „Wer zuschauen will, sollte aber besser an der Gemeindeverwaltung parken, um die Durchfahrt nicht zu blockieren“, bittet Tankstellenpächter Frank Götze. Denn auch an der „Total“ läuft der normale Betrieb am Sonnabendvormittag parallel.

Die SZ-Rallye Elbflorenz

Veranstalter ist zum fünften Mal die SZ.

Gemeldet wurden 150 Fahrzeuge.

Gefahren wird nach Roadbook, das heißt, nur Stationen wie Ebersbach und Thiendorf sind vorher bekannt.

2016 kam die Rallye auch durch Großenhain. Schon 2013, 2014 und 2015 war Schloss Schönfeld dabei.

Es kommt bei der Auswertung nicht aufs Tempo an, sondern auf die Ergebnisse der Wertungsprüfungen.