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Katjas Quäntchen Glück

Die Abiturientin Katja Wadewitz vom Heisenberg-Gymnasium ist Riesas einzige Schülerin mit 1,0-Abi. Wie hat sie das bloß geschafft?

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© Sebastian Schultz

Von Dörthe Gromes

Riesa. Dass sie eine sehr gute Abinote erwarten durfte, wusste Katja Wadewitz aus Glaubitz schon seit einiger Zeit. Als sie dann jedoch ihr Zeugnis in den Händen hielt und die Null hinter dem Komma sah, war sie doch sehr überrascht: „Ich hatte mit einem Schnitt von 1,2 bis 1,3 gerechnet und war erst mal total fertig – vor Freude“, erzählt die 18-Jährige.

Zusammen mit 190 weiteren Einser-Abiturienten aus ganz Sachsen wurde sie daraufhin am vergangenen Freitag in den Landtag nach Dresden zu einer Festveranstaltung eingeladen. Dort wurde den jungen Erwachsenen eine Medaille aus Meißner Porzellan und ein Büchergutschein überreicht. „Mit dem Gutschein kann ich was anfangen“, sagt sie.

Der Abiturnotendurchschnitt errechnet sich nach einem komplizierten System, in das sowohl die Prüfungsnoten als auch die Noten aus den zwei Abiturjahren eingehen. „Es gibt natürlich immer mal Klausuren, die daneben gehen, aber am Ende hat es dann doch gepasst, so die Abiturientin. Ungewöhnlich für das Heisenberg-Gymnasium mit seinem naturwissenschaftlichen Schwerpunkt hatte Katja Wadewitz sich für Leistungskurse in Deutsch und Englisch entschieden und damit prompt den Notenjackpot geknackt. Vor der Abiturstufe hatte die sprachbegeisterte Schülerin ein Austauschjahr in Texas, USA verbracht und nahm regelmäßig am Bundeswettbewerb für Fremdsprachen teil.

Nicht nur gebüffelt

Zwar braucht es wie zu allem auch zum 1,0-Abitur ein Quäntchen Glück, doch das allein reicht nicht. Die quirlige junge Frau erinnert sich: „Die Abizeit war schon sehr anstrengend und der Druck von den Lehrern hoch. Im Abijahr sind wir von einer Prüfung zur nächsten gehetzt.“ Trotzdem hat Katja Wadewitz nicht das ganze letzte Jahr nur durchgelernt: „Da bin ich gar nicht der Typ für.“ Es gab durchaus noch Zeit für Chor und Theatergruppe und natürlich für ihre Freunde. Aber auch ihre Erwartungen an sich selbst seien hoch gewesen, berichtet die ehemalige Schülerin. Deshalb sagt sie nun auch aus vollem Herzen: „Schön, dass es jetzt vorbei ist!“ Auch wenn sich in die Erleichterung etwas Wehmut über die zu Ende gegangene Schulzeit mischt und darüber, die Schulfreunde nicht mehr täglich zu sehen. Viele von ihnen werden wohl in Leipzig oder Dresden studieren.

Wo genau es Katja Wadewitz zum Studium hinverschlagen wird, weiß sie noch nicht. Sie möchte gern Psychologie studieren und hat sich dafür an den Universitäten in Dresden, Heidelberg und Greifswald beworben. Das sei ein ziemlich aufwendiges Verfahren gewesen, erzählt sie: „Und am Ende weiß man erst, wenn man angefangen hat, ob es auch tatsächlich die richtige Entscheidung war.“ Wenn der Bewerbungsmarathon bis Mitte Juli geschafft ist, kann es endlich losgehen mit der Ferienentspannung. Zusammen mit der Familie fährt sie für zwei Wochen nach Portugal und freut sich schon sehr darauf, dieses wunderschöne Land wieder zu sehen.

„Und wenn wir zurückkommen, heißt es dann schon bald, Wohnung suchen und sich in der neuen Stadt zurecht finden“, kommentiert die junge Erwachsene die kommenden Herausforderungen.