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Keine Spur von Winterschlaf

Ein Tierpark-Besuch in Bischofswerda lohnt sich auch jetzt. Einige Tiere leben sogar richtig auf.

Von Ingolf Reinsch
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Seit 1996 werden im Bischofswerdaer Tierpark Luchse gehalten. Die Großkatzen mit den markanten Pinselohren sind, wie viele andere Tierparkbewohner, auch im Winter quicklebendig und in den Gehegen und Volieren zu sehen.
Seit 1996 werden im Bischofswerdaer Tierpark Luchse gehalten. Die Großkatzen mit den markanten Pinselohren sind, wie viele andere Tierparkbewohner, auch im Winter quicklebendig und in den Gehegen und Volieren zu sehen. © Steffen Unger

Bischofswerda. Den Alpakas im Tierpark Bischofswerda konnten die frostigen Tage dieser Woche nichts anhaben. Ihr Fell ist sehr lang, die Haare können bis zu 50 Zentimeter wachsen. Unter dem zottligen Fell haben sie die Unterwolle. Sie ist sehr dicht und fein. „Das wirkt wie ein Wintermantel“, sagt Silvia Berger, die Leiterin von Sachsens kleinstem Zoo.

Nicht nur die in Südamerika beheimatete Kamelart kann man jetzt bei einem Tierparkbesuch beobachten, sondern auch fast alle anderen Tiere. Nur die Papageien genießen die Wärme in ihrem Haus. Sie würden sich draußen die Krallen erfrieren.

Das dichte Fell und die Unterwolle schützen die Alpakas wie ein Wintermantel.
Das dichte Fell und die Unterwolle schützen die Alpakas wie ein Wintermantel. © Steffen Unger

Einige Tierpark-Bewohner leben jetzt so richtig auf. Zum Beispiel die Schnee-Eulen. In freier Wildbahn leben sie nur in den nördlichsten Regionen der Erde. Sie sind perfekt an ein Leben in Eis und Schnee angepasst. Ginge es nach ihnen, könnte es wohl mit den Temperaturen noch ein gutes Stück bergab gehen. 

Auch die Polarfüchse machen ihrem Namen alle Ehre. Sie tragen derzeit ihr Winterfell, das sie schützt. Polarfüchse sind die einzigen Wildhunde, die ihre Fellfarbe der Jahreszeit anpassen. Das Sommerfell ist mehr oder weniger braun. Das Winterfell ist entweder schneeweiß – dann handelt es sich um einen Weißfuchs – oder es färbt sich grau mit bläulicher Tönung. In diesem Fall spricht man von Blaufüchsen. Auch die Luchse im Tierpark sind sehr aktiv.

Die Schnee-Eule dürfte die Minusgrade dieser Woche als warm empfunden haben.
Die Schnee-Eule dürfte die Minusgrade dieser Woche als warm empfunden haben. © Steffen Unger

Bei den beiden großen Bären gibt es in diesem Winter eine Premiere. Erstmals verbringen Braunbär Balu und seine Partnerin Grizzlybärin Jane den Winter gemeinsam im Außengelände und können so von den Besuchern ebenfalls beobachtet werden. 

In den vergangenen Jahren war das anders. Da war eins der beiden Tiere den Winter über drinnen, das andere draußen. Nun teilen sie sich die Außenhöhle. „Balu ist der aktivere“, sagt Silvia Berger. Der Braunbär hatte die Höhle okkupiert, die eigentlich Jane belegen wollte. Schließlich legte sie sich daneben, um ihre Winterruhe zu halten. Doch so richtig zur Ruhe komme die Grizzlybärin in diesem Winter nicht, berichtet die Tierparkleiterin. Gut für die Besucher. Da gibt es auch bei den Großbären, die in diesem Monat Geburtstag hatten, etwas zu sehen. Balu ist jetzt 17 Jahre, Jane 23 Jahre alt.

Grizzlybärin Jane hat sich zur Winterruhe in die Höhle des Außengeheges zurückgezogen.
Grizzlybärin Jane hat sich zur Winterruhe in die Höhle des Außengeheges zurückgezogen. © Steffen Unger

Der Tierpark Bischofswerda ist täglich geöffnet – im Winterhalbjahr bis zum 31. März von 9 bis 17 Uhr bzw. bis zum Einbruch der Dunkelheit.