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Kieswerk bereitet sich auf Zwangspause vor

Wenn die neue Förderbrücke gebaut wird, stehen bei ard die Bänder still. Deswegen wird derzeit ein Kiesvorrat angelegt. Doch das Wetter macht Sorgen.

Von Eric Weser
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Der Schwimmbagger kiest in Zeithain das alte Abbaufeld aus.
Der Schwimmbagger kiest in Zeithain das alte Abbaufeld aus. © Archiv: Sebastian Schultz

Zeithain. Bei den ard-Baustoffwerken in Zeithain bereitet man sich derzeit intensiv darauf vor, dass die Kiesförderung bald zwangsweise unterbrochen wird. Denn Anfang des neuen Jahres sollen die Förderanlagen auf das neue Abbaufeld auf der anderen B-169-Seite umgebunden werden. Teile für die neue Förderbrücke über die Straße wurden schon geliefert (wir berichteten).

Um die Kunden auch während des Förderstillstands mit Produkten beliefern zu können, hat sich das Werk eine Ausnahmegenehmigung besorgt, um noch bis 21. Dezember auch in den Nachtstunden Kies zu fördern. So soll ein Rohstoffvorrat entstehen, mit dem der Förderstillstand überbrückt werden kann.

Mit dem Anlegen des Vorrats hat es bis Ende voriger Woche noch nicht ganz so geklappt wie geplant. Das Wetter habe Probleme gemacht, so Michael Runge. „Jetzt hatten wir Frost, da konnten wir nicht fördern.“ Pausieren musste der Bagger auch wegen zu großer Böen. Nur bis Stärke 6 - das ist starker Wind mit 39 bis 49 Kilometer pro Stunde - darf das Gerät eingesetzt werden.

Eine Monatsmenge für den direkten Verkauf will sich das Werk auf Halden legen. Wie viel Tonnen das sind, das möchte Betriebsleiter Michael Runge nicht beziffern. Platz dafür sei aber auf dem Gelände genug. Wichtig sei, genügend Material da zu haben, um vor allem die Nachfrage der Kunden in der Betonindustrie befriedigen zu können. „Im Herbst läuft der Bau besonders stark, weil alle fertig werden wollen vorm Winter. Das greift die Bestände an“, so Michael Runge. Deswegen sei es jedes Mal kritisch, die Nachfrage vorm Winter befriedigen zu können. Diesmal komme noch hinzu, dass die Anlagen eine Weile stillliegen werden.

Ob der benötigte Vorrat bis 21. Dezember gefördert werden kann? „Wenn wir die nächsten Tage durcharbeiten können, schaffen wir es“, sagt der ard-Betriebsleiter. Dass die Anwohner durch behördlich erlaubte Zusatz-Betriebszeiten belastet werden, glaubt Michael Runge nicht. „Wir halten nicht das gesamte Werk unter Druck.“ Lediglich Schwimmbagger und Förderbänder seien nachts aktiv.

Am jetzigen Abbaustandort ist es jetzt so etwas wie der große Schwung zum Schluss. Was an Material noch im Boden sei, versuche man, jetzt abzubauen, so Michael Runge. Denn: „Wenn die Bandstraße umgebaut ist, kommen wir da nicht mehr ran.“ Zusätzliches Personal habe der Betrieb dafür nicht eingestellt. Da es im Asphaltbereich des Betriebs derzeit auftragsbedingt keine Produktion gebe, seien alle Mitarbeiter auf den Kiesabbau fokussiert.

Wann die Förderbrücke über die B 169 tatsächlich gebaut wird, dafür gibt es laut dem Betriebsleiter noch keinen definitiven Zeitplan. Voraussichtlich im Februar oder März. „Aber das ist sehr vage. Wir hätten selbst gern einen genauen Zeitplan“, sagt Michael Runge. Schließlich werde es dann auch zu Behinderungen auf der B 169 kommen, möglicherweise auch zu einer Vollsperrung. „Wir sind bemüht, das frühzeitig anzukündigen.“