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Kinder machen Zirkus im Forst

Das Schauturnen in Kamenz stand in diesem Jahr unter einem besonderen Motto. Die Eltern waren begeistert.

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© René Plaul

Von Nicole Preuß

Das ist ein Gewusel im Forst. Kleine Clowns sieht man dort, Artisten mit gelb-schwarz gestreiften Kostümen und Akrobaten in grünen Turnhosen. Man könnte meinen: Der Zirkus ist in der Stadt. Ist er aber natürlich nicht. Es ist Forstfest, und rund 180 Kinder haben sich mit ihren Lehrern und Trainern dieses Mal etwas ganz Besonderes ausgedacht. Sie machen das traditionelle Schauturnen im Forst zu einem kunterbunten Spektakel.

Die Bilder vom Forstfestturnen

Ein halbes Jahr lang haben sie sich vorbereitet. So manche Übung musste hundertmal wiederholt werden, bis sie endlich klappte. Und selbst dann gibt es keine Garantie dafür, dass auch wirklich jeder Handgriff sitzt. Das müssen so manche kleine Turner am Dienstagnachmittag erfahren. Fast alle Kamenzer Schulen haben ein Programm vorbereitet, dazu kommen noch Vereine wie der 1. Tanzclub, Tomogara, der Polizeisportverein und die Abteilung Turnen des SV Einheit Kamenz.

Akrobaten und Pyramidenbauer

Ein Höhepunkt ist die Grundschule am Forst mit ihrem Programmpunkt. Sie hatten schon vor einer Weile Akrobaten in ihrer Schule zu Gast. Die Dritt- und Viertklässler schauten sich einiges ab. Sie hocken sich hin, klettern übereinander und bauen so zehn verschiedene Varianten von Körperpyramiden. 36 Kinder machen mit und die meisten wissen genau, was sie tun sollen. Das Gewusel in den gelben, roten und blauen T-Shirts hat System. Petra Arendt moderiert das Schauturnen und ist selbst Lehrerin an der Grundschule am Forst. „Die Kinder fingen von selbst an, die Pyramiden nachzubauen, in der Hofpause und später auch im Sportunterricht.“ Den Spaß an der Sache sieht man den Jungen und Mädchen an. Die Lessing-Gymnasiasten haben das Trampolin für sich entdeckt und einiges einstudiert, was anspruchsvoll ist. Rollen sind da zu sehen, Überschläge und später beim SV Einheit, dessen Turnerinnen ebenfalls das Trampolin nutzen, auch Sprünge durch den Reifen. Die Kinder und Jugendlichen von Tomogara und dem Polizeisportverein legen sich im Takt der Musik in ihren Karateanzügen gegenseitig übers Kreuz. Die Grundschule am Gickelsberg entführt die Zuschauer bis nach Rio, die erste Oberschule zeigt verschiedene gymnastische Elemente und der 1. Tanzclub, der zum ersten Mal dabei war, hat einige schnelle Lieder mit Bewegungen im Repertoire. Die Grundschule Wiesa führt bei glücklicherweise schönstem Sonnenschein einen Regentanz vor.

Die zweite Oberschule hat Holzstangen mitgebracht, die sie im Rhythmus gegeneinander klopfen und über die dann auch noch gesprungen wird. Eine reife Leistung, die so manchen zum Staunen brachte. Das Anspruchsvollste aber kam sicher zum Schluss. Die Turner des SV Einheit zeigten ihre Übungen auf dem Boden, auf dem Barren, mit Schwungtuch und ohne, auf dem Trampolin und dem Kasten. Die Eltern und anderen Zuschauer, darunter die Forstfestkönigin Julia I., waren begeistert, und freuen sich bereits aufs nächste Jahr.