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Kirchgemeinde will sich von Pfarrhaus trennen

Die Kirche in Lichtenhain will kein Geld mehr für die Sanierung ausgeben. Wer das Haus kaufen möchte, muss Ideen haben.

Von Anja Weber
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Das Pfarrhaus in Lichtenhain wird verkauft. Interessenten müssen ein Nutzungskonzept vorlegen.
Das Pfarrhaus in Lichtenhain wird verkauft. Interessenten müssen ein Nutzungskonzept vorlegen. © Archiv: Dirk Zschiedrich

Das Lichtenhainer Pfarrhaus, direkt neben der Kirche gelegen, macht einen gepflegten Eindruck. Die Fassade ist in Ordnung, das Dach dicht und die Heizung funktioniert. Dennoch hat das Haus, das die Kirchgemeinde nutzt, eine Sanierung nötig. Fachleute sehen Investitionsbedarf, um das Gebäude für die kommenden Jahrzehnte zu erhalten.

Die Kirchgemeinde überlegt schon seit Längerem, wie es mit dem Haus weiter gehen könnte. Die Gemeinde selbst kann eine Sanierung nicht finanzieren. Zunächst suchte sie Interessenten für eine Erbpacht. Niemand hat sich gemeldet. Deshalb hat der Kirchenvorstand nun beschlossen, das Gebäude zu verkaufen. Wer das Haus mit einem Schätzwert in Höhe von 80 000 Euro erwerben möchte, muss allerdings bereit sein, Kompromisse einzugehen. Bedingung ist unter anderem, dass die Kirchgemeinde das Erdgeschoss im Pfarrhaus weiter nutzen kann – aus Mangel an anderen Räumlichkeiten.

Darüber hinaus steht das Gebäude in der Liste der Kulturdenkmale im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Das heißt, die neuen Eigentümer müssen bereit sein, sich mit Denkmalschutzauflagen zu arrangieren und bei der Sanierung eng mit den Denkmalschutzbehörden zusammenzuarbeiten. Noch bis zum 28. Februar können Interessenten beim Kirchenvorstand ein Kaufpreisangebot und ein Nutzungskonzept vorlegen. Der Vorstand wird nach ideellen und finanziellen Gesichtspunkten einen Interessenten auswählen, informiert die Gemeinde.

Das Pfarrhaus ist ein Kleinod in Lichtenhain. Laut Denkmalliste wurde 1717 hier der Schlussstein gesetzt. Überliefert ist in der Chronik von Irmtraud Hille eine Erinnerung Johann Gottfried Petzolds, der von 1733 bis 1779 Pfarrer in Lichtenhain war. Der Friedhof befand sich damals im Grundstück des jetzigen Pfarrhausgartens. Das machte immer wieder Schwierigkeiten, da sich die Mädchen fürchteten und im Pfarrhaus nicht als Dienstmädchen arbeiten wollten.

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