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Klare Absage für sichtbare Erinnerung an NSU-Unterschlupf

Nach dem Auffliegen des NSU wurde die Neonazi-Gruppe als „Zwickauer Terrorzelle“ bekannt und die Frühlingsstraße 26 zum feststehenden Begriff. Eine Erinnerung vor Ort an die NSU-Opfer lehnt Zwickaus Oberbürgermeisterin ab.

Zwickau. Zwickau geriet international in die Schlagzeilen, als der terroristische „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) am 4. November 2011 aufflog. Die westsächsische Stadt war über zehn Jahre Unterschlupf des Neonazi-Trios Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe. Fünf Jahre später erteilt Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) einer sichtbaren Erinnerung vor dem mittlerweile abgerissenen Wohnhaus des Trios mit der Nummer 26 in der Frühlingsstraße eine klare Absage. „Dafür gibt es den Vorschlag des Zwickauer Demokratiebündnisses, der Opfer des NSU im Rahmen eines bereits bestehenden Mahnmals für die Opfer des Faschismus zu gedenken“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die Stadt habe jedoch eine besondere Verantwortung, der man beispielsweise mit der Unterstützung des Theatertreffens „Unentdeckte Nachbarn“ nachkomme. „Auch über das Demokratiebündnis arbeiten wir als Stadt weiterhin am Thema NSU, damit kein Gras über die Sache wächst, auch wenn das manchen in der Stadt lieber wäre“, sagte die Rathauschefin. Das Image der Stadt, das am Anfang sehr gelitten habe, sei inzwischen nicht mehr so schlecht wie unmittelbar nach der Enttarnung der Terroristen. Ihrer Meinung nach beschäftigt sich die gesamte Gesellschaft zu wenig mit dem Thema. „Viele wollen das Ganze lieber vergessen, für sie ist der NSU mit dem Prozess abgetan, der vielen ohnehin zu viel Geld kostet – dabei haben wir uns noch viel zu wenig und viel zu oberflächlich mit den Ursachen beschäftigt.“

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Es gehe aber längst nicht nur um Zwickau, auch wenn das Trio zuletzt in der Stadt gelebt habe. Vielmehr zeige das politische Klima im gesamten Freistaat, dass rechtes Gedankengut wieder salonfähig geworden sei. Daher werde sie inzwischen weniger auf Zwickau im Speziellen angesprochen, dafür aber auf die Stimmung in ganz Sachsen. (dpa/sn)

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