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Klimawandel trifft Elbtal besonders hart

Bis 2050 wird sich die Zahl der heißen Tage verdoppeln und der Winter viel milder. Eine neue Klimastudie sieht Dresden als Sachsen-Modell.

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Von Stephan Schön

Dresden. Das Elbtal und die angrenzenden Gebiete sind in Sachsen vom Klimawandel am stärksten betroffen. Das geht aus einer neuen Analyse hervor, die derzeit unter Leitung des Instituts für Ökologische Raumentwicklung entsteht. Der Temperaturanstieg, der Rückgang der Regenmenge und Extremereignisse sind in der untersuchten Modellregion – dem Großraum Dresden, Erzgebirgskamm und Elbtal – schon jetzt deutlicher zu spüren als sonst in Sachsen, berichtet der Klimaforscher Christian Bernhofer von der TUDresden. In dieser Modellregion werden sich bis 2050, verglichen mit den Jahren 1961 bis 1990, die heißen Tage mit über 30Grad verdoppeln, die Tropennächte mit mehr als 20 Grad verdreifachen und die Anzahl der Eistage halbieren.

Bis 2013 soll das bundesweit erste detaillierte Klimaanpassungs-Programm für eine ganze Region fertiggestellt sein. Dresden wird zum Modellfall. Die Erkenntnisse sind dann auch auf ganz Sachsen übertragbar. „Wenn wir künftig unsere Lebensqualität erhalten wollen, müssen wir schon jetzt etwas dafür tun“, warnt Instituts-Chef Bernhard Müller eindringlich.

Der Hochwasserschutz stehe dabei an erster Stelle auch für die kleinen Gewässer. Besonders kritisch sei zudem die Lage bei der Kanalisation. Kräftige Starkregen werden künftig die Stadtentwässerung überfordern. Der Ausbau der Kanäle, der Bau von Flutrinnen und die Schaffung neuer Sickerflächen direkt in der Stadt sollten recht schnell beginnen.

Weil Dresden und das Elbtal mit mehr Hitzestress zu rechnen haben, müssen Sozialdienste und das Gesundheitswesen vorbereitet sein. Die Forscher fordern zudem eine Grünpflicht für die Bauverordnung. Es sollten mehr grüne Inseln entstehen.