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Kommentar: Rohrperle statt Flaschenwasser

Akexander Kempf über steigende Trinkwasserpreise

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Wasser ist wichtig, unbezahlbar wichtig. Auf kein anderes Lebensmittel sind Menschen so dringend angewiesen. Dass man in Deutschland Wasser fast überall bedenkenlos aus der Leitung trinken kann, ist ein wahrer Segen. Gerade wer viel in ferne Länder reist, weiß diesen Luxus zu schätzen. Damit das so bleibt, muss in das Trinkwassernetz aber auch investiert werden. Niesky hat hier in den vergangenen Jahren vorbildliche Arbeit geleistet. Die Wasserwerte müssen keinen Vergleich scheuen.

Auch wenn die Anschlussgebühr in Niesky nun steigt, muss sich niemand über ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis beschweren. Zumal ein Kubikmeter Wasser weit unter zwei Euro kostet. Jeder sollte sich selbst ausrechnen, wie viel Wasser er dafür im Supermarkt kaufen kann. Zugleich ist die Klimabilanz von „Rohrperle“, also jenem leckeren Lebensmittel aus Ihrem Wasserhahn, deutlich besser. Denn es wird nicht wie andere Markenwasser in Frankreich abgefüllt und dann mit dem Lastwagen quer durch Europa gefahren. Und am Ende muss so auch keine leere Plastikflasche eingeschmolzen werden.

Ein sicheres und stabiles Trinkwassernetz ist wesentlich nachhaltiger. Zumal hier niemand auf Profite aus ist, das Netz muss sich vor allen Dingen selbst tragen. Für jeden Haushalt, der nun mehr Ausgaben hat, mag das zunächst ein schwacher Trost sein. Doch Privatisierung und mehr Wettbewerb sind in diesem sensiblen Bereich keine ernstzunehmende Alternative. Und wer ab sofort öfter zu „Rohrperle“ statt zu Flaschenwasser greift, der hat auch die erhöhte Grundgebühr schnell wieder drin.