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Kommt Tom Hanks auch nach Dresden?

Das Radebeuler DDR-Museum zieht an den Albertplatz. Über das Wie und Wann hält sich der Käufer noch bedeckt.

© dapd

Von Peter Redlich

Als er 2011 unter anderem bei Bad Schandau für den Film Cloud Atlas drehte, besuchte Schauspieler Tom Hanks auch das Radebeuler DDR-Museum. Es hätte ihn beeindruckt, sagte er damals. Will er die Stippvisite wiederholen, müsste er künftig an den Dresdner Albertplatz kommen. Dorthin soll die Sammlung umziehen. Der mit Lebensmittelmärkten von Edeka agierende Unternehmer Peter Simmel hat das Museum Zeitreise gekauft. Der 57-Jährige betreibt 20 Filialen in Sachsen, Thüringen und Bayern mit rund 1 000 Mitarbeitern. Simmel will die Sammlung in das von ihm sanierte Hochhaus bringen.

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Dort ist noch genügend Platz. Rechtsanwalt Rüdiger Weiß, der das im Insolvenzverfahren befindliche Museum derzeit als Verwalter betreut, sagt, dass mindestens 3 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen sollen. Damit sei der Bestand der Sammlung gesichert, so Hans Joachim Stephan, der Geschäftsführer des DDR-Museums. Derzeit werden im Plattenbau in Radebeul etwa 3 500 Quadratmeter mit den Ausstellungsstücken zu fast allen Lebensbereichen der DDR belegt. Stephan gibt sich „überglücklich. Das Hochhaus am Albertplatz ist zudem ein geschichtsträchtiger Standort“, sagt er.

Das Gebäude ist das älteste Bürohochhaus Dresdens und gehört zu den wenigen erhaltenen Bauten der Dresdner Vorkriegsmoderne. Es wurde 1929 nach Plänen von Hermann Paulick gebaut. Wichtigster Nutzer bis 1945 war die Sächsische Staatsbank. Viele Jahre war es später als DVB-Hochhaus mit dem Sitz der Verkehrsbetriebe bekannt. Mit einem weinenden Auge für Radebeul, sieht die Wende im Insolvenzverfahren der dortige Oberbürgermeister Bert Wendsche. „Es steckt so viel Herzblut in der Sammlung. Sicherlich ist es schade, dass das Museum nun von Radebeul nach Dresden wechselt“, sagt er. „Aber entscheidend ist vor allem, dass es weitergeht.“

Auch Wolle wollte helfen

Auch Dresdens Unternehmer Wolfgang Wolle Förster hatte sich um die Sammlung bemüht. Wochenlang hatte er mögliche Standorte ins Gespräch gebracht. Erst wollte er es auf eigenem Gelände unterbringen, dann sogar in dem leer stehenden Theater der Centrum Galerie. Dazu gab es bereits Gespräche mit dem Centermanager.

Nun gibt sich Wolle Förster als fairer Verlierer: „Der Albertplatz ist ein guter Platz. Dazu ein finanzstarker Investor mit eigenen Räumlichkeiten: Das gibt keinen Kampf mit dem Vermieter mehr“, sagt er. Darüber würden sich sicher auch die Leihgeber der Sammlung freuen, so Förster. Schließlich mache das Museum etwa ein Drittel der insgesamt über 60 000 Exponate aus. Auch aus dem Radebeuler Stadtrat kommt ein positives Echo auf die Nachricht. Ein Stadtrat nennt den Umzug „eine Anregung für eine Neuaufstellung des Museums, die notwendig sei“. Und ergänzt: „Bedauerlich ist freilich, dass das Museum von Radebeul weggehen wird. Es passt hier gut in die Museumslandschaft“, sagt Ulrich Reusch (CDU).

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Einer aber hält sich noch bedeckt: Peter Simmel, der neue Besitzer der umfangreichen Sammlung. Bislang heißt es lediglich, dass er gemeinsam mit Insolvenzverwalter Weiß und Museumsgeschäftsführer Stephan in der kommenden Woche mehr über sein Vorhaben DDR-Museum in Dresden berichten wolle.