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Kraftvolle Farben

Der Kunstmaler Peter Nottrott kommt aus Flensburg. Seine Bilder stellt er eigentlich nie aus. Das Schloss Neschwitz ist eine Ausnahme.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Neschwitz. Dass es diese Ausstellung in der Kleinen Galerie im Schloss Neschwitz gibt, ist einem freundlichen Telefonat zu verdanken. Gerhard Kuban, für die Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz immer auf der Suche nach neuen, interessanten Ausstellern, fand den Kunstmaler Peter Nottrott im Internet. Und war begeistert von der Kraft der Farben in den abstrakten Bildern des Künstlers. Also rief er an.

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Der Flensburger fand das Gespräch tatsächlich so nett, dass er nach kurzem Überlegen zusagte, in Neschwitz auszustellen. „Ich habe sonst keine Ausstellungen bestückt, weil ich meine Bilder meist übers Internet verkaufe“, sagt Nottrott. Doch die Werke im Zusammenhang mit einem alten Schloss – das faszinierte ihn. Und so ist ein Teil der Bilder ab Sonntag in der Kleinen Galerie zu sehen und zu kaufen.

„Zwei Drittel des Bildes entsteht erst beim Malen“

Peter Nottrott hat eine private Kunstschule in Hamburg besucht. Seit 1987 betreibt er die Malerei hauptberuflich. Der 53-Jährige begann mit realistischen Motiven: Landschaften, Architektur und Menschen im fotorealistischen Stil. Später folgte eine Phase mit surrealistischen Motiven, wo er die Realität in seinen Werken mit Fantasie bereicherte. Heute liebt er die abstrakte Malerei. „Wenn ein Bild entsteht, ist zunächst keine Idee dahinter, sondern nur Form und Farbe. Zwei Drittel des Bildes entsteht erst beim Malen“, sagt Peter Nottrott. Er habe es im Gefühl, wann ein Bild fertig ist, sagt er. Oft geht er dann einen Kaffee trinken und schaut eine Stunde später nochmal, wie es aussieht. „Vieles ist auf Anhieb fertig“, sagt er. Seine Bilder haben Größen von 20 mal 50 Zentimeter bis 1,60 mal 1,10 Meter. Allerdings hat er auch schon Aufträge für große Räume oder Büros bekommen, wo das Werk dann fünf Quadratmeter groß ist. Gerade erst hat er ein solches Bild nach Dubai verschickt. Etwa ein Drittel seiner Bilder verkauft er außerhalb Europas. Dort sind meist Geschäftsleute seine Kunden.

500 Werke zur Auswahl

Auffällig bei den Bildern ist die kräftige Farbe, die den Betrachter regelrecht ins Bild zieht. Je größer ein Werk, desto wirkungsvoller sind die Farben und Formen. Jedes Bild hat einen Namen, den es hinterher erhält. Und so kann der Besucher sehen, ob er beides miteinander verbinden und für sich selbst interpretieren kann. Nichts an den Werken ist beliebig, und jedes ein Unikat. Die Acryl-Farben mischt Peter Nottrott zum großen Teil selbst. Derzeit hat er etwa 500 Werke in verschiedenen Größen zur Auswahl, 200 davon in einer Online-Galerie im Internet.

Nach Neschwitz ist der Flensburger mit seiner Partnerin Sonja Köntges gekommen. Die studierte Gymnasiallehrerin hat schon länger den Beruf gewechselt und wird ab dem nächsten Jahr für ihren Mann arbeiten, um den Internet-Verkauf zu organisieren. Nottrott selbst wird sich nur noch ums Malen kümmern. Unter anderem auch in seinem Innenstadtatelier, das er im vorigen Jahr eröffnete. „Der Austausch mit der dortigen Künstlergruppe tut auch mal gut“, sagt er. Viel Zeit für Neschwitz und Umgebung haben die beiden derzeit nicht. Aber im Herbst zum Abbau werden sie mit ihrer neunjährigen Tochter kommen. „Da sind Ferien und wir können uns die Gegend anschauen“, sagt Sonja Köntges.

Ausstellungseröffnung in der Kleinen Galerie Schloss Neschwitz am Sonntag, 15 Uhr mit Musik junger Nachwuchskünstler der Region, Eintritt frei