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Kretschmer lobt ehrenamtliche Arbeit von Unternehmern

Sachsens Regierungschef ruft beim Neujahrsempfang nach gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Von Michael Rothe
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Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (CDU) zeichnete bei der Veranstaltung sechs sächsische Unternehmerinnen und Unternehmer aus, die sich gesellschaftlich besonders engagieren.
Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (CDU) zeichnete bei der Veranstaltung sechs sächsische Unternehmerinnen und Unternehmer aus, die sich gesellschaftlich besonders engagieren. © Ronald Bonß

Dresden. Erst die Eröffnung der Bildungs-, Job- und Gründermesse „Karrierestart“ und später der eigene Neujahrsempfang nahe der Piste des Dresdner Flughafens: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Freitag gleich zweimal Gelegenheit nach Aufbruch zu rufen. Und „Zukunft in Sachsen selbst gestalten“, Motto des morgendlichen Messepodiums, passte auch mit dem dem der abendlichen Begegnung zusammen: „Goldener Boden – Startbahn für Sachsens Wirtschaft“.

Der Einladung des Premiers in die Elbe Flugzeugwerke GmbH in Dresden waren rund 1.200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gefolgt. Der Begegnungsort war bewusst gewählt worden, lag doch der Fokus in diesem Jahr auf der Wirtschaft.

Die Flugzeugwerke vereinen vielfältige Luftfahrt- und Technologieaktivitäten unter einem Dach: die Entwicklung und Herstellung von Leichtbaukomponenten für Struktur und Innenraum für alle Airbus-Modelle, die Umrüstung von Passagier- in Frachtflugzeuge, die Wartung von Flugzeugen der gesamten Airbus-Flotte sowie Engineering-Dienstleistungen rund um Zertifizierung und Zulassung. Das Unternehmen ist mit rund 1.800 Mitarbeitern in Dresden und Kodersdorf und etwa 300 Millionen Euro Jahresumsatz der größte Player der Branche in Sachsen. Sein Chef Andreas Sperl hat als Präsident der Industrie- und Handelskammer Dresden zugleich das höchste Ehrenamt in Ostsachsens Wirtschaft inne.,

Der Regierungschef zeichnete bei der Veranstaltung sechs sächsische Unternehmerinnen und Unternehmer aus, die sich gesellschaftlich besonders engagieren – „stellvertretend für unzählige Menschen“, die ähnlich anpackten, sich für andere einsetzten und damit Gutes täten für den Zusammenhalt im Freistaat, so Kretschmer.

Das sind die Preisträger im Einzelnen:

Kerstin Dietzsch-Söllner, Dekorationswerkstatt und Goldschmiede, Oelsnitz im Vogtland

Die Dekorateurin und Goldschmiedin verbindet Kreativität mit gesellschaftlichem Engagement: Aus dem Logo ihrer Heimatstadt entwickelte sie die Schmuckkollektion „Oelsnitzer Sperk“; ein Teil des Erlöses kommt als Spende der örtlichen Mittelschule zugute. Sie bringt sich in das gesellschaftliche Leben und bei Veranstaltungen ihrer Heimatstadt ein und fördert damit regionale Identität.

Ernst Lieb, Geschäftsführer MBN SACHSEN Maschinenbaubetriebe Neugersdorf GmbH, aus Ebersbach-Neugersdorf

Der Unternehmer Ernst Lieb gründete 1991 das Unternehmen am Standort in Ebersbach-Neugersdorf. In der Region findet das ehrenamtliche Engagement von Ernst Lieb als Präsident für seine Fußballmannschaft – den OFC Neugersdorf – große Anerkennung. Seinem großen Engagement ist es zu verdanken, dass Kinder und Jugendliche die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung haben. 

Bill Quaas, Malermeisterbetrieb in Meißen

Die Kloster-Ruinen „Zum Heiligen Kreuz“ wurden in den 1980-er Jahren von Enthusiasten gerettet - nach 1990 begann der ehrenamtliche Aufbau als Bildungs- und Kulturstätte, heute Hahnemannzentrum Meißen. Das Rosenfest – organisiert von dem Zentrum - hat im Veranstaltungskalender Meißens einen festen Platz. Hinter dem Projekt stehen Quaas sowie weitere Unternehmer und Freiberufler. Quaas war auch Motor für die Errichtung der Bürgerstiftung Meißen im Jahr 2016. Erstes Projekt der Stiftung ist die Sanierung der denkmalgeschützten Meißner Jahnturnhalle.

Karsten Alippi, Sanitätshaus Alippi GmbH – Zentrale, Zwickau
& Tobias Decker, Orthopädietechnikmeister und Ausbildungsbeauftragter sowie Vorsitzender Lößnitzer Bildungswege e.V.

Gegründet 1877 zählt Alippi zu den traditionsreichsten Sanitätshäusern in Deutschland. Der Familienbetrieb leistet seit Jahren Herausragendes bei der Ausbildung junger Menschen im Orthopädiehandwerk. Aktuell sind 14 Auszubildende in der Firma beschäftigt. Der Ausbildungsverantwortliche Tobias Decker setzt sich ehrenamtlich im Verein Lößnitzer Bildungswege für eine Vernetzung der Bildungsträger vom Kindergarten bis zur Schule ein, um eine bessere Ausbildungsreife der Jugendlichen zu erreichen. 

Christine Rössler, Geschäftsführerin BeautySpa Servicegesellschaft mbH, Bad Schlema

1998 gründete Christine Rössler im Kurort Bad Schlema die BeautySpa Servicegesellschaft. Mit Mut und innovativen Ideen bereichert und beflügelt sie den Kurbetrieb und verschafft auch Start up-Unternehmen den Einstieg in den Markt.

Die Unternehmerin erhielt 2018 den „Großen Preis des Mittelstands“ der Oskar Patzelt Stiftung.

Swetlana Geisler-Reiche, Inhaberin der lens-spirit in Leipzig

In einer kleinen Studentenküche hatte Swetlana Geisler-Reiche die Idee, einen Kontaktlinsen-Versand zu gründen. 1997 ahnte sie noch nicht, dass sich daraus einer der wichtigsten Kontaktlinsen-Händler in Deutschland entwickeln würde. Heute sind in ihrem Online-Handel 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Mit ihrem Hilfsprojekt „Die rote Brille“ versorgt sie Menschen in den ärmsten Ländern der Welt mit Brillen und Gestellen. 

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