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Radebeul

Kriegsdenkmal soll umziehen

Das Denkmal verfällt seit Jahren. Kirche und Gemeinde versuchen, eine Lösung zu finden.

Der Gedenkstein für die Gefallenen an der Weinböhlaer Kirche: 1921 wurde er von Vereinen des Ortes errichtet. © Thomas Schade (Archiv)

Weinböhla. Der Gedenkstein für die Toten des Ersten Weltkrieges auf dem alten Friedhof direkt neben der Kirche ist stark verwittert und auch nicht mehr frei zugänglich. Ein Stahlgitter versperrt den Weg. Dafür gab es Kritik von Weinböhlaern, deren Vorfahren im Krieg gefallen sind. Weil unklar ist, wem die Stele eigentlich gehört, fühlte sich niemand wirklich zuständig.

„Die Gemeinde hat in den vergangenen 20 Jahren so viel erreicht, ist ein blühendes Gemeinwesen und ehrt die gefallenen Befreier des Jahres 1945“, kritisierte zum Beispiel Hans Udo Schäfer in einem Bericht der SZ im vergangenen Herbst. „Und was wird aus den Weinböhlaern, die zwischen 1914 und 1918 gefallen sind? Sie sind nicht nur für Volk und Vaterland in den Krieg gezogen. Sie sind zu allererst für ihren Heimatort gefallen.“ Der Gedenkstein sei „keine Frage der Zuständigkeit“, schimpfte Schäfer, viel mehr sei der Zustand „eine Frage der Anständigkeit“.

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Nun kommt Bewegung in die Sache, wie Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU) erklärt. Es habe vor Ort ein Treffen mit dem Pfarrer und dem Denkmalamt gegeben. Zwei Stunden habe man – bei sehr ungemütlichem Wetter – darüber diskutiert, wie es weitergehen könnte. „Die Kirche will das Areal aus haftungstechnischen Gründen nicht öffnen“, so Zenker. 

Deshalb entstand die Idee, den Stein zu versetzen und zu sanieren. In der Nähe steht zum Beispiel auch der Gedenkstein für die in der Umgebung Weinböhlas gefallenen Rotarmisten. Doch von diesem Vorschlag seien die Vertreter des Landesdenkmalamtes zunächst nicht sehr angetan gewesen. „Zum Schluss sagten sie jedoch, wenn es nicht zu weit weggetragen wird, sei das vielleicht doch denkbar“, erzählt der Bürgermeister.

Nun soll die Idee zu Papier gebracht und beim Denkmalamt eingereicht werden. Es bestehe großes Interesse, eine Lösung zu finden, so Zenker.