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Vermisstes Stillleben zurück in Sachsen

Georgiens Premierminister Mamuka Bakhtadze gibt "Stillleben mit Hasen" an die Dresdner Gemäldegalerie zurück. 

Pietro Francesco Cittadinis "Stillleben mit einem Hasen" kehrte am Montag nach Dresden zurück. Georgiens Ministerpräsident Mamuka Bakhtadze (l.) kam persönlich nach Dresden, um das Gemälde zu übergeben.
Pietro Francesco Cittadinis "Stillleben mit einem Hasen" kehrte am Montag nach Dresden zurück. Georgiens Ministerpräsident Mamuka Bakhtadze (l.) kam persönlich nach Dresden, um das Gemälde zu übergeben. © Matthias Rietschel

Dieses Ölgemälde hat eine bewegte Geschichte, die man ihm auch ansieht. Ein Riss in der Leinwand, Kratzer im Firnis und in den Malschichten. Es muss dringend restauriert werden. Trotzdem ist es ab heute in der Dresdner Sempergalerie ausgestellt. Als jüngster Rückkehrer wurde es in die Sonderausstellung „Kunstbesitz. Kunstverlust. Objekte und ihre Herkunft“ integriert, die in vier Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die Biografien der unterschiedlichsten Kunstwerke erzählt.

Die Dresdner Geschichte des „Stillleben mit einem Hasen“ von Pietro Francesco Cittadini beginnt 1741. In jenem Jahr wurde es für die Gemäldesammlung von Kurfürst Friedrich August II. gekauft. Ab 1754 war das Bild im Jüdenhof ausgestellt. Fast 200 Jahre war der Hase, von erlegtem Federvieh umgeben, in Dresden zu sehen.

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1936 wurde das Gemälde aus der Galerie an das Offizierskasino der Polizeikaserne am Dresdner Sachsenplatz ausgeliehen, von dort im August 1943 nach Dobra ausgelagert und später auf Schloss Barnitz in Krögis gebracht. Als die Kunstsammlungen im November 1945 das Lager in Schloss Barnitz beräumten und die Kunstwerke nach Dresden zurückbrachten, war der Hase schon nicht mehr da.

Nun ist das Gemälde mit seinen 80 mal 130 Zentimetern zu groß, um es ungesehen unterm Mantel wegtragen zu können. Es wurde aus dem Rahmen geschnitten, zusammengerollt und vermutlich von Soldaten in die Sowjetunion mitgenommen.

Pietro Franceso Cittadini (1616 -1681): "Stillleben mit einem Hasen, um 1650.
Pietro Franceso Cittadini (1616 -1681): "Stillleben mit einem Hasen, um 1650. © SKD, Elke Estel/Hans-Peter Klut

„Zufällig“ habe man es im Privatbesitz einer georgischen Familie in Tiflis entdeckt, erklärte Georgiens Premierminister Mamuka Bakhtadze am Montag in Dresden. Er betonte die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern. Deutschland hätte Georgien immer unterstützt, man sei zu Dank verpflichtet. Höchstselbst war er in die Gemäldegalerie gekommen, um das Bild zurückzugeben, nachdem er es bereits im vergangenen August überraschend an Angela Merkel überreicht hatte, als die Bundeskanzlerin zu einem Staatsbesuch in Tiflis weilte. Die SKD waren kurz zuvor über die Existenz des Bildes informiert worden. Die charakteristischen Altersspuren und Schäden, die man auch auf einem historischen Foto des Gemäldes von 1945 erkennen kann, ließen keinen Zweifel offen, dass es sich um den vermissten Cittadini handelt.

Offenbar hat sich der private georgische Sammler ohne Entschädigung von dem Bild getrennt. Zumindest wurde von deutscher Seite nichts gezahlt. Den kostspieligen Transport des Gemäldes aus Georgien nach Deutschland finanzierte der Freundeskreis der SKD.

Ab April wird das Gemälde restauriert, und ab Dezember, wenn die Sempergalerie nach ihrer Sanierung komplett wiedereröffnet wird, soll es einen Platz in der Dauerausstellung der Alten Meister finden. Denn italienische Stillleben sind in der Sammlung eine Rarität. Außer dem toten Hasen gibt es nur noch eins.

Ausstellung „Kunstbesitz. Kunstverlust“ bis 25. März in der Gemäldegalerie Alte Meister und in weiteren Museen der SKD. Geöffnet Di bis So von 10 bis 18 Uhr.