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Mutti schmuggelt Crystal in den Knast

Ein 27-Jähriger soll im Gefängnis mit Drogen gehandelt haben, die ihm von seiner Mutter geliefert wurden. Nun steht er in Dresden vor Gericht.

Monatelang hat eine 60-jährige Frau ihrem Sohn Crystal in die Zeithainer Justizvollzugsanstalt geschmuggelt. Aufgefallen ist das dort niemandem.
Monatelang hat eine 60-jährige Frau ihrem Sohn Crystal in die Zeithainer Justizvollzugsanstalt geschmuggelt. Aufgefallen ist das dort niemandem. © SZ

Dresden. Mutti ist schon verurteilt, nun ist ihr Sohnemann an der Reihe. Dominic K. soll in der Justizvollzugsanstalt Zeithain mit Drogen gehandelt haben. Zehn Taten werden dem Mann vorgeworfen, seit Mittwoch muss sich der 27-Jährige vor dem Amtsgericht Dresden verantworten. Laut Anklage soll K.s Mutter Gisela ihrem Sohn zwischen Dezember 2018 und Juni 2019 neunmal Crystal, Marihuana und Heroin ins Gefängnis geschmuggelt haben.

Die Sache war erst aufgeflogen, nachdem Drogenfahnder bei einer Telefonüberwachung eine Bestellung der 60-jährigen Frau mitbekommen hatten. Da legten sich die Beamten auf die Lauer, stellten Gisela K., nachdem sie die erste Schleuse des Gefängnisses passiert hatte. Sie hatte in ihrem Körper 7,33 Gramm Crystal versteckt, die für ihren Sohn bestimmt waren. Die bereits einschlägig vorbestrafte Frau aus der Lausitz wurde schon im März am Amtsgericht Bautzen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

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Sie hatte zugegeben, die Drogen etwa in Dresden und in Tschechien erworben zu haben. Nach Medienberichten habe sie die Taten für ihren Sohn begangen, der habe ihr „so in den Ohren gelegen“. Ganz schlecht dürften die Geschäfte jedoch nicht gelaufen sein, so soll sie das Crystal etwa für 60 Euro pro Gramm eingekauft und dem Sohn für 90 weiterverkauft haben.

Die Mutter schweigt jetzt

Im Prozess gegen ihren Sohn wird die Frau ihre Angaben, die sie als Angeklagte gemacht hatte, nicht wiederholen. Sie ist am Mittwoch trotz Ladung nicht erschienen, hatte aber mitgeteilt, von ihrem Aussageverweigerungsrecht, das ihr als Mutter zusteht, Gebrauch zu machen.

Der Sohn verbüßt eine achtjährige Freiheitsstrafe wegen Totschlags bei einer Gewaltorgie im Jahr 2014. Zu den aktuellen Vorwürfen machte er keine Angaben.

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Das Schöffengericht muss nun weitere Zeugen laden, der Prozess wird fortgesetzt.

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