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Kritik am neuen Einkaufscenter

Seit zwei Wochen ist der Komplex am Straßburger Platz offen. Für Thomas Löser (Grüne) blieb vom Entwurf nicht viel übrig.

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© René Meinig

Keine Frage, das Einkaufszentrum „SP1“, benannt nach seiner Adresse am Straßburger Platz, wird gut angenommen. Discounter, Geschäfte und Imbisse können in den ersten knapp zwei Wochen nicht über zu wenig Kundschaft klagen. Der Platz vor dem Neubau ist wieder belebt. Das hat auch Thomas Löser, der baupolitische Sprecher der Grünen, festgestellt. Für die Bewohner der angrenzenden Stadtviertel schließt das „SP1“ eine Versorgungslücke.

Trotzdem ist Löser mit dem endgültigen Aussehen des markanten Riegelkomplexes unzufrieden. Er spricht sogar von Qualitätsmängeln und führt die Außenwand an, wo das Blech seiner Meinung nach schlecht verarbeitet ist. Besonders ärgert ihn, dass die auffällige Seite zur Stübelallee hin im unteren Bereich nur großflächig grau gestrichen wurde. Als die Pläne im Bauausschuss diskutiert worden waren, sei Löser davon ausgegangen, dass es sich dabei um eine Glasfront handelt, die viel besser zur Gläsernen Manufaktur auf der gegenüberliegenden Seite passen würde. Auch drinnen findet er die Gestaltung lieb- und einfallslos. Löser vermutet, dass der Bauträger, die Dietz AG aus Hessen, Kosteneinsparungen angeordnet hat. Das Unternehmen hat 25 Millionen Euro investiert.

Und noch etwas missfällt dem grünen Politiker: die riesengroße Werbung für Aldi, Rewe, dm und Allnatura an gut sichtbaren Stellen. Das wirke für ihn billig und zerstöre das Erscheinungsbild des „SP1“. Natürlich sei ihm bewusst, dass die Unternehmen auf sich aufmerksam machen müssen. Allerdings habe es zu keiner Zeit in der Planungsphase Visualisierungen gegeben, die die bunten Schriftzüge gezeigt hätten. „Das ist alles eine Frage der Qualitätssicherung“, sagt Löser. Am Anfang sehe der Komplex noch gut aus, bei der Bauausführung werden die Entwürfe nicht mehr eins zu eins umgesetzt. Deshalb fordert der Bauexperte, dass die Architekten zwingend bis zum Schluss darüber wachen müssten, wie ihre Vorschläge, auch künstlerisch, in das Bauvorhaben einfließen.

Durchaus möglich ist dagegen, dass das Beleuchtungskonzept für das Parkhaus noch einmal überarbeitet wird, erklärt Architekt Matthias Koch auf Nachfrage. Im Dunkeln wirkt das Licht, das durch die kleinen Löcher der Blechverkleidung fällt, auf viele Betrachter alles andere als angenehm und stimmig. (SZ/lk)