Merken

Kühlende Eis-T-Shirts als neuer Outdoor-Trend

In Friedrichshafen zeigen Firmen, dass man beim Wandern und Zelten nicht auf Hightech verzichten muss. So ist die Branche interessant für Investoren.

Teilen
Folgen
NEU!

Friedrichshafen. Wandern, Walken, Zelten und Klettern sind nicht nur äußerst beliebte Freizeitbeschäftigungen, sondern auch ein Tummelfeld für Hightech-Anwendungen. Dass die Jacke winddicht bleibt, auch heftigem Regen trotzt und dennoch atmungsaktiv ist, verdankt der Outdoor-Sportler einer teflonartigen Membran (Goretex), die heute längst Standard ist.

Auf der Outdoor-Messe in Friedrichshafen am Bodensee, die gestern begann und bis zum Sonntag rund 20000 Fachhändler anlocken wird, präsentiert ein US-Hersteller zum ersten Mal die „Omni-Freeze-Ice“-Technologie. Wer beim Wandern schwitzt, kann die Temperatur auf der Haut durch integrierte Eiskristalle in der Textilie um bis zu fünf Grad senken.

Dass Schuhe und Zelte immer leichter werden, ist nichts Neues. 1100 Gramm für ein Zwei-Mann-Expeditionszelt gelten aber als neuer Rekord, wie die Messegesellschaft berichtet. Wer es mag, gönnt sich dazu Zeltheringe aus dem knallharten, aber federleichten Karbon.

Outdoor bedeutet aber nicht nur Abenteuer, sondern für den, der es mag, auch Genuss und Bequemlichkeit. Endlich gibt es den stabilen Schirmhalter für den Rucksack, sodass beim Wandern im Regen beide Hände frei bleiben können. Wer auf cremigen Espresso nicht verzichten mag, pumpt per Hand 16 bar Druck in die kleine Maschine, gießt heißes Wasser dazu und fertig ist der stilechte Kaffeegenuss vor dem Zelt.

Dabei gekleckert? Kein Problem, ein deutscher Hersteller schenkt uns das feuchte Handtuch im Beutel, das für eine komplette Körperreinigung reicht – laut Hersteller von der Nasa erfolgreich im Weltraum erprobt. Der Erfolg der Unternehmen macht sexy: Immer mehr der oft mittelständischen Outdoorfirmen geraten ins Visier von Investoren. „Wir erleben eine deutliche Steigerung der Anfragen von Finanzinstituten und Private-Equity-Investoren“, sagte David Udberg, Präsident der European Outdoor Group (EOG).

Der Grund liegt auf der Hand: Sport und Freizeit in der Natur haben eine ständig wachsende und krisenfeste Industrie kreiert. Die Branche hat laut EOG im vergangenen Jahr im Einzelhandel europaweit rund 9,7 Milliarden Euro umgesetzt und ist um sechs Prozent gewachsen. Udberg rechnet auch 2011 mit steigenden Erlösen und Gewinnen. 890 Aussteller aus aller Welt präsentieren den Fachbesuchern auf der Outdoor neue Zelte, Schuhe, Rucksäcke, Bekleidung, Zubehör und trendige Sportgeräte für die Saison 2012. (dpa)