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Kultige Eröffnung der Fischsaison

Vor allem die familiäre Atmosphäre der Karpfenmugge in Zeisholz punktete bei den Besuchern.

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© Heinz Hirschfeld

Von Heinz Hirschfeld

Zeisholz. Mit der nunmehr fünften Karpfenmugge eröffnete jetzt die Teichwirtschaft Zeisholz ihre aktuelle Karpfensaison. Der Hauptorganisator der Veranstaltung und ungekrönter Zeisholzer Karpfenkönig Hagen Haedicke stieß bereits im vorigen Jahr bei der vierten Ausgabe an seine Kapazitätsgrenzen, denn schon damals kamen an die 300 Gäste. Deshalb hatte er nun kurzerhand das Festzelt und alle mobilen Verkaufseinrichtungen auf der großen Wiese gegenüber aufgebaut, denn dort war noch genügend Platz. Und der wurde auch gebraucht. Denn die mittlerweile sehr beliebte Karpfenmugge war zum Anfang ein Kommen und Gehen. Erst zu vorgerückter Stunde kamen auch die hartgesottenen Fans, sodass diesmal weit mehr als 300 Gäste da waren.

Unbekannt aus Berlin verzogen

Musik gab es diesmal von etwas weiter her. Die Gruppe „Unbekannt verzogen“ aus Berlin spielte nicht zum ersten Mal in der Lausitz. Hagen Haedicke und Mandy Böhme hatten sie vor einiger Zeit bei einem Konzert auf der Burg Mortka entdeckt. Und die Fans wurden nicht enttäuscht und das reifere Publikum überrascht, denn die Band spielte „unplugged“, setzte aber als Rhythmusinstrument ein Cajon ein – eine Art Kiste, auf der man sitzt und durch Klopfen Töne erzeugt. Des Weiteren war die Sängerin der Band gut zu verstehen. Das ist durchaus nicht selbstverständlich. Aber „Unbekannt verzogen“ hatte ausschließlich deutsche Texte, die durch die Tamara- Danz-Stimme der Sängerin die Songs balladenartig rüberkommen ließ. Das Publikum dankte es mit viel Applaus, ehe die schon seit der ersten Veranstaltung beliebte Hausband „Hauptsache egal“ auftrat und die Stimmung kräftig anheizte. Zu später Stunde griff Hagen Haedicke dann noch selber in die Saiten und gab Gundermannsongs zum Besten. Viele Besucher fanden allein die familiäre Atmosphäre unschlagbar. Wie immer sah man Mandy Böhme, den guten Geist der Teichwirtschaft Zeisholz, in freien Minuten von Tisch zu Tisch gehen und mit den Besuchern ein kleines Schwätzchen machen. „So ist das halt bei uns auf dem Dorf“, lacht Mandy.

Und genau das schätzt auch Familie Grafe aus Kroppen. Die kommen schon jahrelang. Das Familienoberhaupt ist in Zeisholz aufgewachsen und da ist ein Besuch der Karpfenmugge schon ein Muss. Familie Kühne aus Jannowitz war voriges Jahr noch einfach vorbeigegangen. Der Fischduft zog sie aber doch an und sie hatten sich wenigstens Fischspezialitäten geholt. Gleichzeitig nahmen sie sich damals aber vor, bei der fünften Karpfenmugge unbedingt selber mitzufeiern.

Hagen Haedicke erinnert sich heute noch an die erste Ausgabe. „Damals kamen knapp 70 Gäste. Das Ganze hat sich wunderbar entwickelt.“ Es mache riesig Spaß, auch wenn die Organisation immer ein Kraftakt sei. Man werde dabei allerdings tatkräftig unterstützt. „Schon eine Woche vorher stellen wir das Festzelt auf. Ich kann gar nicht alle mit Namen nennen, die uns helfen. Jedenfalls waren es die Feuerwehr Zeisholz, Jugendliche aus den Orten Grüngräbchen und Zeisholz, unsere altbewährte Bäckerei Berger, und, und, und. Schon allein deshalb sind wir allen verpflichtet, aus der Karpfenmugge eine Tradition zu machen“, so der Zeisholzer Karpfenkönig.