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Kultur-Güter-Schuppen wird ein Verein

Fast drei Jahre ist die Einrichtung am Bahnhof nun Treffpunkt für Konzertgänger und Feiern. Die SZ sprach mit Betreiber Frank Weser über Erfolge und Erfahrungen.

© Krüger-Mlaouhia

Herr Weser, bald besteht der Kultur-Güter-Schuppen als Veranstaltungsstätte drei Jahre. Wie hat sich das Haus seit der Neueröffnung entwickelt?

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Der Güterschuppen gehörte früher zum Bahnhof. 2015 war Neueröffnung.
Der Güterschuppen gehörte früher zum Bahnhof. 2015 war Neueröffnung. © Klaus-Dieter Brühl
Witzige Ausstellungsstücke wie dieses bereichern das Veranstaltungshaus.
Witzige Ausstellungsstücke wie dieses bereichern das Veranstaltungshaus. © Krüger-Mlaouhia

Wir sind sehr zufrieden, die Einrichtung hat sich in Südbrandenburg etabliert. Zu unseren fast monatlichen Konzerten und weiteren Kulturveranstaltungen kommen Gäste auch aus dem weiteren Umkreis wie Dresden, Meißen, Riesa, Kamenz oder Königsbrück sowie natürlich Großenhain und Südbrandenburg. Ich habe als Inhaber einen festen Stamm von 17, 18 Helfern, sodass man sich abwechseln kann. Allerdings wird es eine Betreiber-Änderung geben.

Welche?

Wir gründen einen Verein. Der wird neuer Veranstalter. Damit bringen wir die ganze Abwicklung auf rechtlich saubere Füße. Er wird  Kultur-Güter-Schuppen e. V. heißen.

Nach welchen Gesichtspunkten stellen Sie das Konzertangebot zusammen?

Pro Woche bekomme ich im Durchschnitt zwei bis vier Bewerbungen von Künstlern, auch Kabarett oder Gospelchor. Unsere Haupt-Zielgruppe sind die 16- bis 60-Jährigen, deshalb probieren wir Heavy Metal und Blues genauso aus wie Hardrock. Ein Schwerpunkt ist aber Ostrock. Wir hatten schon City, Monokel oder jetzt Karussell zu Gast. Dafür gibt es hier ein Publikum, weil schon zu DDR-Zeiten im „Daffy“, im ehemaligen Ritterhof, viele Bands auftraten.

Wie kalkulieren Sie das wirtschaftliche Risiko?

Nun ja, es ist immer hop oder top. Wir haben aber ein Stammpublikum. Doch gute Bands, die ziehen, sind teuer. Wer kostengünstig ist, ist in der Regel wenig bekannt. Wir arbeiten mit Vorbestellungen, da kann man sich gleich einen Sitzplatz auf der Empore oder im Kellerbereich reservieren. Unsere Kapazitätsgrenze sind 240 Besucher. Die haben wir zum Beispiel bei der Sterncombo Meißen erreicht. Da stehen die Konzertgänger im Saal aber immer noch locker. Ein Selbstläufer sind die Ü-30-Parties, da ist der Laden immer richtig voll. Das schafft uns Puffer für Veranstaltungen, die nicht so gut laufen. Ebenso die Vermietung. Wir arbeiten also mit Mischkalkulation.

Die Stadt Ortrand betreibt noch die Pulsnitzhalle. Sind Sie Konkurrenz?

Nein keinesfalls, wir ergänzen uns. Außerdem veranstaltet die Stadt auch im Kultur-Güter-Schuppen eigene Angebote. Wir sind zudem ein Vorzeigeding für die Stadt.

Sicherlich auch, weil Sie etwas Besonderes mit dem Bahnhofsflair und einem Eisenbahnwaggon als Künstlergarderobe bieten.

Ja, da sind die Künstler immer begeistert. Sie werden auch von zwei Helferinnen gut bewirtet. Und auch die, die das Haus privat mieten oder für Firmenveranstaltungen nutzen, sind zufrieden. Wir haben jetzt schon Miet-Vorbestellungen für 2020.

Auffällig ist die lange Sommerpause – vom Musikfest der Stadt Anfang Mai bis zum Tag des offenen Denkmals.

Das ist Absicht. Denn wir wollen zwar Kultur in unsere Gegend bringen, den Dorffesten in der warmen Jahreszeit aber keine Konkurrenz machen. Außerdem will ich meine Helfer nicht verschleißen, die alle ehrenamtlich arbeiten. Das ist mein Freundeskreis, die sind stets mit Spaß dabei.

Gibt´s einen Programm-Geheimtipp?

Am 5. Mai Jes Holtsø aus Dänemark mit Blues. Das ist Børge von der Olsenbande!

Gespräch: Kathrin Krüger-Mlaouhia