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Lachse sollen zurück in die Freiberger Mulde

Vor über 100 Jahren wurde der letzte Lachs aus der Mulde gefischt. Das könnte sich jetzt wieder ändern.

© Jens Wolf/dpa

Von Maria Fricke

Döbeln. Die ersten Lachse sind zurück in den Gewässern Sachsens. Im Raum Döbeln fehlen bisher Spuren der Tiere. Doch das könnte sich bald ändern, wie Karin Bernhardt, Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), mitteilte. Grund dafür sind Fischaufstiege in Sachsen-Anhalt, die es den Tieren ermöglichen, in der Mulde auch wieder bis nach Sachsen zu ziehen. Damit ist es auch denkbar, dass Lachse in der Freiberger Mulde bei Döbeln auftauchen.

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Dort sind die Tiere seit über 100 Jahren nicht gesichtet worden. Als Ursache dafür führte die Sprecherin des LfULG unter anderem die bisher unüberwindbaren Stauanlagen wie Wehre und Wasserkraftanlagen an. Aber auch die Verschmutzung der Elbe habe den Zug der Lachse bis in die Region verhindert.

In den vergangenen Jahren hat sich die Qualität des Elbwassers deutlich gebessert. Davon profitiert auch die Mulde als Nebenfluss der Elbe. Zudem wurden sowohl in Sachsen als auch in Sachsen-Anhalt behindernde Wehre sowie Stauanlagen mit Fischaufstiegsanlagen ausgestattet. „Von der Elbe bis in die Stadt Chemnitz gibt es kein für Lachse unüberwindbares Wehr mehr“, teilte Karin Bernhardt mit.

Im Bereich der Freiberger Mulde bei Döbeln sind bisher 16 Fischarten nachgewiesen worden, informierte Bernhardt. Sie alle gehören zu den wärmeliebenden Karpfenartigen sowie den typischen Fischarten größerer Fließgewässer. Ab und zu werden auch Bachforellen, nahverwandt mit dem Atlantischen Lachs, Äschen, Groppen und Bachneunaugen, also fließgewässertypische Kaltwasserfische, gesichtet. Nur selten werden Stillwasserarten wie Plötze, Rotfeder oder Karausche nachgewiesen.

Plötze lieben die Zschopau

Wer in der Zschopau den großen Lachs-Fang machen möchte, muss sich länger gedulden. In dem Zufluss zur Freiberger Mulde, der am Nordhang des Fichtelbergs entspringt und bei Schweta in die Mulde mündet, leben seit 200 Jahren keine Lachse mehr. Die Gründe dafür sind dieselben wie bei Mulde und Elbe: unüberwindbare Wehre und Stauanlagen. Um den Lachs zurück in die Zschopau zu bringen, seien nach Bernhardt weitere Anstrengungen erforderlich. „Spätestens an der Talsperre Kriebstein ist der Lachsaufstieg aber unmöglich“, so die Sprecherin des Landesamtes.

In der Zschopau sind bisher in der Region 15 Fischarten nachgewiesen worden. Häufig kommen Döbel, Gründling und Ukelei vor, seltener die Barbe. Zweithäufigste Fischart ist die Plötze, bedingt durch mehrere große Wehranlagen sowie deren große Rückstaubereiche. „Als ein typischer Stillwasservertreter mit geringen Ansprüchen findet sie in den Staubereichen der Wehranlagen optimale Lebensbedingungen“, ergänzte Karin Bernhardt. Lachsartige Fische fehlen in der Zschopau völlig.

Der erste Lachs in diesem Jahr wurde bereits Ende August in der Elbe bei Bad Schandau gefangen. Er war 95 Zentimeter lang und wog 7,7 Kilogramm. „So früh wie noch nie sind dieses Jahr die ersten Lachse nach Sachsen zurückgekehrt“, bilanzierte Karin Bernhardt. Mittels automatischer Kontrollstationen beobachten Experten das Aufstiegsverhalten der Tiere. Bereits am 26. September ist ein Milchner, ein geschlechtsreifer, männlicher Fisch, im dortigen Lachsbach per Videosequenz nachgewiesen worden. Damit zeigt sich, dass auch der Laichaufstieg 2017 seit dem Beginn der Wiederansiedlung und den ersten Rückkehrern im Jahr 1998 sehr zeitig beginnt.