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Lauschiges Plätzchen im Grünen

Waldsee und Biehainer See erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Gäste schätzen Natur und Ruhe.

© André Schulze

Von Frank-Uwe Michel

Idyllisch liegen Waldsee und Biehainer See im Grünen, das Wasser glitzert in der Abendsonne. Vogelgezwitscher dringt aus den Bäumen, ansonsten Ruhe, Natur, Erholung pur. „Gerade diese Dinge sind es, die unseren Gästen so sehr gefallen. Die Stadt ist weit weg, der Geräuschpegel gering. Wir haben all das, was man zum Ausspannen braucht“, schwärmt Thorsten Walter. Der 59-Jährige ist Vorsitzender des Vereins Erholungsgebiet Biehainer Seen, hat seit einigen Jahren selbst einen Bungalow und verbringt hier inzwischen jede freie Minute. Außer ihm gibt es noch viele andere Dauercamper, Bungalowbesitzer und kurzentschlossene Badegäste, die sich an den beiden Gewässern des Vereins tummeln. „Wir haben etwa 120 belegte Bungalows und 150 Dauercamper, von denen die meisten schon seit vielen Jahren kommen. Was dann so an den Wochenenden und in den Ferien spontan zu uns findet, schwankt natürlich je nach Wetterlage“, erzählt der Görlitzer. Aus der Neißestadt, aber auch aus anderen Städten und Gemeinden der Region kämen hauptsächlich die Tagestouristen. Erholungssuchende, die den ganzen Sommer oder zumindest sehr regelmäßig nach Biehain kommen, würden bis aus Zittau, Dresden, Berlin und Plauen anreisen, ein paar auch aus dem Altbundesgebiet. „Die Tendenz geht eindeutig nach oben. Haben sich die Leute nach der Wende erst mal am Ballermann, auf Kreta oder in der Türkei ausgetobt, entdecken sie die Schönheit der Heimat jetzt wieder neu.“

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Vereinschef Thorsten Walter vom Erholungsgebiet Biehainer Seen.
Vereinschef Thorsten Walter vom Erholungsgebiet Biehainer Seen. © Frank-Uwe Michel

Sehr zur Freude der Vereinsmitglieder, die ihre Bemühungen zum Erhalt des Kleinods honoriert sehen. „Auch wenn bei uns vieles auf ehrenamtlicher Basis läuft – der Verein arbeitet wie ein kleines Unternehmen“, erläutert Thorsten Walter, der seit zwei Jahren den Vorsitz führt. So habe man vier Mitarbeiter, die sich um den Unterhalt der Anlage, die Müllleerung, die Säuberung des Sanitärtrakts und alles andere kümmern, was mit dem Erholungsgebiet im Zusammenhang steht. „Zu unseren Vorteilen zählt zweifellos der Parkplatz, der jetzt über eine neue Schrankenanlage verfügt. Aber auch die Versorgung durch Gaststätte und Kiosk nehmen unsere Besucher gern in Anspruch. Nicht zu vergessen die Angebote für die Freizeitgestaltung.“ Hier könnten die Gäste ein Volleyballfeld nutzen. Zudem gebe es einen Kinderspielplatz und einen Tretbootverleih. Bei den Jüngsten besonders beliebt sei das „uralte Kinderkarussell aus dem Görlitzer Stadtpark, das wir vor dem Verschrotten gerettet und wieder aufgearbeitet haben. Jetzt dreht es hier in Biehain seine Runden“, freut sich der Vereinschef.

Der Biehainer See bleibt vor allem den Dauercampern und Bungalowbesitzern vorbehalten und befindet sich komplett in Vereinseigentum. Auch die Hälfte des benachbarten Waldsees gehört dem Verein. Hier befinden sich die Badestrände, an denen sich Tagesgäste und Kurzurlauber tummeln. Zwar sei die Wasserqualität in den beiden Seen unterschiedlich, erfülle aber in jedem Fall die gesetzlich geforderten Parameter, so Walter. „Beim Waldsee ist das ein bisschen einfacher einzuhalten. Er hat Zu- und Abfluss. Der Biehainer See hat das nicht. Deshalb wird das Wasser dort von Zeit zu Zeit trüb. An uns ist es dann, Fische zu entnehmen.“ Denn die würden, wenn sie zu zahlreich seien, zu stark den Boden aufwühlen und durch ihre Bewegungen die Schwebeteilchen verwirbeln.

Schon seit Jahren findet in den Bungalows des Erholungsgebietes Biehainer Seen der in der Gesellschaft auf der Tagesordnung stehende demografische Wandel statt. Thorsten Walter: „Immer öfter sind die Besitzer im Rentenalter, die Werterhaltung ihrer Objekte fällt ihnen zunehmend schwerer. Deshalb werden stetig Bungalows frei. Wer sich dafür interessiert, hat gute Chancen, einen zu übernehmen.“ Was eine Option vor allem für Familien mit Kindern ist. In absehbarer Zukunft dürfen sie durch die Verbindung zum schnellen Internet auch auf WLAN im Erholungsgebiet hoffen. Und damit die Verbindung zur Außenwelt. „Für manche ist das ein entscheidendes Kriterium. Wir haben das erkannt und arbeiten daran.“ Im Moment befinde man sich im Gespräch mit der Gemeinde.