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Leipziger Stasi-General Hummitzsch gestorben

Der frühere Leipziger Stasi-Chef Manfred Hummitzsch ist tot. 1989 soll der Generalleutnant einen Anteil daran gehabt haben, dass bei den Montagsdemos kein Blut geflossen ist.

Berlin/Leipzig. Der frühere Leipziger Stasi-Chef Manfred Hummitzsch ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit in Berlin, wie seine Familie am Donnerstag auf Nachfrage bestätigte. Zuvor hatte die Eulenspiegel Verlagsgruppe über Hummitzschs Tod informiert. Er war viele Jahre lang bis zur Wende Chef der Leipziger Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der DDR.

Hummitzsch - zuletzt im Rang eines Generalleutnants - soll eine wichtige Rolle dabei gespielt haben, dass die Montagsdemonstrationen in Leipzig ohne Blutvergießen blieben. Nach der Wende zog er an den Wohnort seiner Kinder nach Berlin.

Über seine Arbeit als Stasi-Chef stand Hummitzsch auch Medien Rede und Antwort. So wies er in einem Interview der Zeitung „Junge Welt“ im November 2009 Darstellungen zurück, die DDR-Führung habe im Vorfeld der Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig vorsorglich Leichensäcke bestellt, Herzchirurgen in der Behandlung von Schusswunden unterweisen und Panzer vorfahren lassen.

All das sagte der damalige Bundespräsident Horst Köhler bei einer Feierstunde zum 20. Jahrestag der Demonstration. Köhler hatte das einem Buch entnommen. Dessen Autor räumte später eine mangelnde Prüfung der Aussagen von Zeitzeugen ein und bedauerte die fraglichen Passagen.

Hummitzsch gab zu Protokoll, dass ihm Stasi-Chef Erich Mielke die Anweisung zum Gewaltverzicht in einem Telefonat persönlich übermittelt habe. „Mein Mann hat seine Arbeit nie geleugnet und immer dafür geradegestanden“, sagte seine Witwe am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. (dpa)