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Lenzer stecken mit Bildhauer unter einer Decke

Noch müssen sich die Lenzer und Gäste des Ortes ein wenig gedulden. Am Freitagabend kann ihre Neugierde jedoch gestillt werden: Vorbeischauen Pflicht.

© Kristin Richter

Von Catharina Karlshaus

Lenz. Am Montagmorgen wollten sie ihren Augen nicht trauen: Als die ältesten Pfarrerskinder Mathilda und Gustav Zehme aus dem Fenster schauten, hatte es offensichtlich geschneit. Mitten im Mai! Eine dicke weiße Schicht bedeckte die Wiese, auf der links und rechts die Bäume blühten. Was die Geschwister nicht ahnen konnten – bis tief in die Nacht hatte ihr Onkel Joachim an einem Kunstwerk gearbeitet. Praktisch bedeutete das: Der Bildhauer aus Oschatz, der im dortigen Pfarrgarten bereits 2014 dem berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart ein Denkmal setzte, hat sich auch für Lenz etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Mit Unterstützung der Kinder- und Jugendbauhütte St. Aegidien aus Oschatz habe man sich anlässlich der 700-Jahrfeier am Wochenende gemeinsam mit Bruder Sebastian Zehme und den Organisatoren des Festes überlegt, welche Erinnerung an das Jubiläum erschaffen werden könnte. „Nicht von ungefähr sind wir auf die Idee gekommen, dass die Sandsteinfigur natürlich etwas mit unserem Ort selbst zu tun haben sollte“, bekennt Sebastian Zehme. Zusammen mit seiner Frau Sarah zählt er zu den federführenden Machern des Festes, welches bis zum Sonntagabend im bereits vielfältig geschmückten Ort gefeiert werden soll.

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Was ist wohl unter der Decke? Mathilda und Gustav erlauben sich schon mal einen Blick darunter. Immerhin erst am Freitagabend bekommen auch die Kinder des Lenzer Pfarrehepaars Sarah und Sebastian Zehme zu sehen, was vor den Besuchern der 700-Jahrfeier ent
Was ist wohl unter der Decke? Mathilda und Gustav erlauben sich schon mal einen Blick darunter. Immerhin erst am Freitagabend bekommen auch die Kinder des Lenzer Pfarrehepaars Sarah und Sebastian Zehme zu sehen, was vor den Besuchern der 700-Jahrfeier ent © Kristin Richter

Wie das Kunstwerk, welches finanziell und überaus tatkräftig von der Großenhainer Firma Hartmut Witschel unterstützt werde, nun tatsächlich ausschaut, möchte Sebastian Zehme noch nicht verraten. Erst am Freitagabend würde das Geheimnis beim musikalisch-unterhaltsamen Beisammensein ab 19 Uhr im Pfarrhof gelüftet. Dann dürften nämlich die Lenzer selbst noch einmal Hand anlegen. Ob es sich letztlich um eine Figur oder eine Skulptur handelt, lässt sich keiner der Zehme-Brüder entlocken. Allerdings: „Es wird etwas zu sehen sein, was unser Ort so bisher noch nicht hatte“, gibt der Pfarrer zu bedenken. Ein paar kreative Bewohner hätten sich gewissermaßen ein Fantasie-Wappen einfallen lassen, das nun unter anderem bald in Stein gehauen zu bewundern sein werde.

Bis es jedoch so weit ist, dauert es noch. Erst am Sonntagvormittag, nach dem festlichen Gottesdienst um 9 Uhr in der Sankt-Peter-Kirche, werde die Figur enthüllt. Ihren Platz bekommt sie gut sichtbar auf dem neu gestalteten, ehemaligen Schulgartengelände. Pünktlich zum Jubiläum war das gemeindliche Areal von Mitarbeitern des Bauhofs und zwei Helfern, die momentan ihren Bundesfreiwilligendienst in Priestewitz absolvieren, hergerichtet worden. So ist es künftig möglich, sich auf zwei Bänken niederzulassen, die Sandsteinfigur zu betrachten und – sich an eine gewiss besonders schöne 700-Jahrfeier zu erinnern.