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Lessing-Tage auf der Zielgeraden

Die 52. Auflage der Kamenzer Biennale im Namen des großen Aufklärers endet in der nächsten Woche. Am Mittwoch gab es gleich zwei Veranstaltungen.

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Dr. Sylke Kaufmann, die Leiterin der städtischen Sammlungen, präsentiert den Katalog „350 Jahre Ratsbibliothek Kamenz“. Er ist für
17 Euro zu haben.
Dr. Sylke Kaufmann, die Leiterin der städtischen Sammlungen, präsentiert den Katalog „350 Jahre Ratsbibliothek Kamenz“. Er ist für 17 Euro zu haben. © Matthias Schumann

Kamenz. Noch dürfte es zu früh sein, eine Bilanz der 52. Kamenzer Lessing-Tage zu ziehen, aber die Vielfalt der Themen dieser Biennale (die Lessing-Tage finden aller zwei Jahre statt) hat gewiss zu einer sehr guten Resonanz beigetragen. Das wurde auch am Mittwoch deutlich, dem einzigen Tag mit gleich zwei Veranstaltungen.

So waren zehn Schülerinnen und Schüler am Vormittag ins Röhrmeisterhaus zugange. Die Ferienwerkstatt mit Kerstin Göder von der Schreibwerkstatt „Tintenfasss“ aus Bautzen trug den Titel „Der Spaß an alten Schriften“. Die Teilnehmer lernten alte Schreibgeräte kennen und durften sie auch ausprobieren. In Zeiten der Handy-Tastatur und des „Smartphone-Daumens“ (diese schmerzhafte Entzündung wird bereits als Zivilisationskrankheit beschrieben) war dies eine Erfahrung der ganz besonderen, Freude machenden Art, wie man hört.

Überaus interessant war dann am Abend der Vortrag von Dr. Stefan Rhein aus Wittenberg. Der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt hätte als Referent gut ins Lutherjahr 2017 gepasst, aber leider fand sich damals kein Termin während der Lessing-Tage. Dr. Rhein schilderte die Eigendynamik der Ereignisse vor 500 Jahren und wie sie welthistorische Dimension erlangten. Nicht zufällig wurde am Abend auch der neue Katalog zur Kamenzer Ratsbibliothek präsentiert. Er dokumentiert in Wort und Bild 265 Titel, darunter bedeutende Schätze der Reformationszeit, zum Beispiel die 95 Luther-Thesen, gedruckt 1517 von Adam Petri in Basel.

Die Lessing-Tage halten noch drei Veranstaltungen parat. Weiter geht es am Freitag, dem 22. Februar, mit einer Lesung in der Stadtbibliothek, wo Dr. Jürgen Helfricht aus Radebeul um 19 Uhr „Casanovas ergötzliche Abenteuer in Sachsen“ in den Mittelpunkt rückt. Das wird vergnüglich und ist ein weiterer Beweis für die Themenvielfalt der Lessing-Tage 2019. (SZ)

Kerstin Göder (hinten Mitte) vermittelte zehn Mädchen und Jungen den Spaß an alten Schriften und Gerätschaften, die aus ausprobiert werden konnte.
Kerstin Göder (hinten Mitte) vermittelte zehn Mädchen und Jungen den Spaß an alten Schriften und Gerätschaften, die aus ausprobiert werden konnte. © Matthias Schumann