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Linke benennen Straßen um

Pieschen, Neustadt, Johannstadt – in mehreren Stadtteilen tragen Straßen und Plätze plötzlich andere Namen. Was steckt dahinter?

© PR

Dresden. Eine sich selbst als „Offenes Antifa Plenum“ (OAP) bezeichnende Gruppe hat am Sonntagabend Straßen und Plätze in Dresden umbenannt.

Insgesamt zehn Orte tragen nun zumindest temporär die Namen der Opfer des rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). So heißt die Nicolaistraße in Johannstadt plötzlich Süleyman-Tasköprü-Straße, die Barbarastraße in Pieschen wurde nach Ismail Yasar benannt.

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Diese Straßen wurden umbenannt

Die linke Gruppierung will mit der Aktion darauf hinweisen, dass aus ihrer Sicht auch nach dem für das Frühjahr erwarteten Urteil im NSU-Prozess die Aufklärung der Mordserie nicht abgeschlossen sein kann. Schließlich sei die Rolle zahlreicher NSU-Unterstützer und auch die der V-Leute des Verfassungsschutzes nach wie vor ungeklärt. Gleichzeitig wolle die OAP mit der Straßenumbenennung den NSU-Opfern gedenken, hieß es.

Für die Polizei ist die Aktion aktuell noch kein Thema, die Beamten verwiesen an die Stadtverwaltung. Dort hieß es, dass das Straßen- und Tiefbauamt noch prüfe, wo überall Straßenschilder überklebt wurden. Amtsleiter Reinhard Koettnitz kündigte allerdings an, gegen die unbekannten Täter Strafanzeige zu erstatten. (mja)