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Schließt das Klinikum den Kreißsaal?

Im Oberland wird gerade heftig über die Zukunft der Entbindungsstation am Standort Ebersbach gemunkelt. Was wirklich dran ist an dem Gerücht.

Ein Kind ist geboren im Krankenhaus Ebersbach: Was ist dran an den Gerüchten um die Geburtsstation?
Ein Kind ist geboren im Krankenhaus Ebersbach: Was ist dran an den Gerüchten um die Geburtsstation? © Foto: Klinikum Oberlausitzer Bergland

Die Gerüchteküche im Oberland kocht schon länger: Es wird befürchtet, dass am Krankenhausstandort in Ebersbach die Entbindungsstation geschlossen werden könnte. Ganz abwegig wäre der Gedanke nicht: So hatte beispielsweise 2015 die Sächsische-Schweiz-Klinik ihre Entbindungsstation in Sebnitz geschlossen, 2017 folgten die Bautzener Oberlausitz-Kliniken mit der Schließung der Geburtsklinik in Bischofswerda. Als Gründe wurden rückläufige Geburtenzahlen und Personalmangel genannt.

Und jetzt auch Ebersbach? Was ist dran an dem Gerücht? "Überhaupt nichts", beruhigt Jana-Cordelia Petzold, die Sprecherin des Klinikums Oberlausitzer Bergland (KOB) und dementiert solche Befürchtungen entschieden: "Es gibt bei uns keinerlei Überlegungen, die Geburtenklinik in Ebersbach zu schließen", sagt sie. Wie dieses Gerücht überhaupt aufgekommen sei, können man sich am Klinikum nicht erklären.

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Das Gerücht ist aus der Luft gegriffen: Pläne für eine Schließung der Entbindungsstation am Krankenhaus Ebersbach gibt es nicht.
Das Gerücht ist aus der Luft gegriffen: Pläne für eine Schließung der Entbindungsstation am Krankenhaus Ebersbach gibt es nicht. © Matthias Weber

"Möglicherweise hänge das mit den Corona-Maßnahmen zusammen, die an den Krankenhäusern viele Einschränkungen mit sich bringen und selbstverständlich auch auf der Entbindungsstation eingehalten werden müssen", vermutet die Sprecherin. Aber sie könne werdende Eltern an dieser Stelle beruhigen:

Trotz Corona seien Entbindungen und stationäre Versorgung weiterhin an beiden Krankenhausstandorten - in Ebersbach und Zittau - möglich, bekräftigt Petzold. Zudem werden für die Väter auch Ausnahmen vom allgemeinen Besuchsverbot gemacht, das derzeit im gesamten Klinikum gelten muss. "Selbstverständlich dürfen Väter bei der Geburt dabei sein und Mutter und Kind auch auf der Wochenbettstation besuchen", sagt die Sprecherin.

Ausnahmen vom Besuchsverbot gelten auch für Eltern von Kindern auf der Kinderstation und für Angehörige schwersterkrankter Patienten auf der onkologischen und der Palliativstation.

Die Ebersbacher Entbindungsstation verzeichnet die meisten Geburten im Klinikum-Verbund, zu dem neben Zittau auch noch das Krankenhaus in Weißwasser gehört. Seit Jahresbeginn sind in Ebersbach 360 Kinder geboren, in Zittau sind 276, in Weißwasser 215. Die Zahlen setzen auch den Trend der vergangenen Jahre fort. 2019 kamen in Ebersbach 410, in Zittau 323 und in Weißwasser 313 Kinder zur Welt.

"Wir sind sehr stolz, dass wir so hohe Zahlen erreichen", sagt Jacek Glajzer, der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Ebersbach. Die Klinik werde auch jetzt unter Corona-Bedingungen weiterhin mit allen Versorgungsleistungen für die Mädchen, Frauen und Mütter zur Verfügung stehen. Aktuell finden alle gewohnten Untersuchungen und Maßnahmen statt.

Nur die Kreißsaalführungen bleiben aktuell ausgesetzt.  Werdende Eltern können sich aber umfassend auf der Internetseite des Klinikums Oberlausitzer-Bergland über alle Möglichkeiten und Angebote für die Geburt und das Wochenbett informieren.

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