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Passt Photovoltaik zu Denkmalschutz?

In Herrnhut ist eine Debatte um diese Frage entbrannt. Dabei sind sich im Moment sogar die Experten uneins.

Das Gästehaus der Brüder-Unität, Komensky, steht im Zentrum Herrnhuts.
Das Gästehaus der Brüder-Unität, Komensky, steht im Zentrum Herrnhuts. © Matthias Weber/photoweber.de

Ein unerwarteter Ausfall des Gaskessels im Gästehaus der Brüder-Unität hat den Stein ins Rollen gebracht. Zwar rettete bei dem Malheur im vergangenen Herbst die Zweitheizung die Gäste im Komensky vor frostigen Stunden: "Wir haben noch eine zusätzliche Holzheizung, die wir gern im Übergang nutzen", skizziert Hausleiter Thomas Przyluski. Doch auch dort müsste jetzt dringend investiert werden. Daher habe man auch Alternativen erwogen - wie eben die Photovoltaik.

An diesem Punkt aber haben der Denkmalschutz und auch der Stadtrat ein Wörtchen mitzureden, denn das Komensky liegt mitten im Herrnhuter Stadtsanierungsgebiet. "Vor Kurzem war der Denkmalschutz in Herrnhut zu Gast und hat sich zu dieser Frage eher ablehnend geäußert", sagt Przyluski. Nun gab Bürgermeister Willem Riecke (Herrnhuter Liste) im Stadtrat die Diskussion zu dem Thema frei. "Man muss dabei aber sehen, dass das Haus selbst nicht unter Denkmalschutz steht", betonte er. Zu entscheiden sei hier also, ob man solche Anlagen generell in diesem Gebiet zulasse - selbst, wenn sie auf der Gartenseite des Grundstücks angebracht sind und erst in größerer Entfernung, beispielsweise vom Uttendörferweg, zu sehen sind. Riecke ergänzte, dass auch der Denkmalschutz an einem Stimmungsbild interessiert sei, weil es sich hier mitnichten um eine eindeutige Lage handele.

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Wenn Photovoltaik aufgebracht werden soll, dann hier, auf der Rückseite am Neubau-Dach.
Wenn Photovoltaik aufgebracht werden soll, dann hier, auf der Rückseite am Neubau-Dach. © Matthias Weber/photoweber.de

Auch bei den Räten zeichnete sich schnell ab, dass es viel Für und Wider gibt: Das Anliegen, umweltfreundlich zu heizen, begrüßten viele Räte generell. Auch die Beeinträchtigung des Stadtbildes durch eine Anlage am Komensky sahen viele als nicht gravierend an. Die entscheidende Frage formulierte aber Stadtrat Bernd Georgi (Die Linke): "Wenn ich das erlaube - wo höre ich auf, wo fange ich an", erklärte er mit Blick auf möglicherweise folgende Anfragen weiterer Bürger aus dem Sanierungsgebiet.

Daher soll Bürgermeister Riecke nun der Brüder-Unität mitteilen, dass man entsprechend der geltenden Erhaltungssatzung ohnehin einen Antrag benötige und diesen dann - wenn er vorliege - eingehend besprechen und gegebenenfalls generelle Kriterien aufstellen könne. Und vielleicht, so hieß es, kämen ja auch noch andere Lösungen infrage. Das könnte in der Tat sein, bekräftigte Thomas Przyluski: "Wir sind nicht festgelegt auf Photovoltaik - es gibt da noch kein konkretes Projekt", sagte er.

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