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Wie sich die Herrnhuter Sterne für die Adventszeit rüsten

Orientalische Häuschen vor der Manufaktur, ein besonderer neuer Stern für die Oberlausitz und die Suche nach einem Sympathieträger - es gibt Neues zur Saison.

Von Anja Beutler
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Silke Mantke (links) und Marion Knaute werden die Sterne-Fans in den neuen Pagoden-Häuschen vor der Manufaktur begrüßen.
Silke Mantke (links) und Marion Knaute werden die Sterne-Fans in den neuen Pagoden-Häuschen vor der Manufaktur begrüßen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Bei den Herrnhuter Sternen stehen die Vorbereitungen für die Adventszeit buchstäblich vor der Tür: "Wir haben zwei Pagoden vor der Manufaktur aufgebaut, in denen zum einen in kleinen Stübchen gebastelt werden kann und zum anderen die Accessoires aus unserem Dekostübchen verkauft werden", erklärt Unternehmenssprecherin Jacqueline Schröpel. Außerdem sollen weitere Verkaufsstände folgen, sodass die Herrnhuter Sterne wieder einen eigenen kleinen Adventsmarkt im Freien haben werden und Besucherströme entflechten können.

Bastel-Separee im Zelt

Eine solche Lösung - mit etwas weniger elegant anzusehenden Zelten - hatten die Herrnhuter bereits im vergangenen Jahr gewählt. Jetzt, wo Corona noch immer das Leben mitbestimmt - wählt man erneut eine solche Variante. "In der einen Pagode sind sieben Separees eingerichtet, wo Familien und kleine Gruppen ihre Sterne basteln können", sagt sie. Sollte die Gruppe einmal größer sein, könne man auch eine Wand herausnehmen. Die eigentliche Bastelstube - ein großer Raum - bliebe dann vor allem Schulklassen oder Ferienveranstaltungen vorbehalten. Die Nachfrage sei groß.

Dekostübchen wird reine Werkstatt

Das ist sie erfahrungsgemäß auch bei den kunstvollen Arrangements der Damen aus dem Dekostübchen. Aber die kleine Villa links neben der Manufaktur ist für Besucherverkehr in Corona-Zeiten einfach zu klein. Daher wird das Haus nun komplett für die Herstellung der Gestecke und Dekoartikel genutzt, im etwas geräumigeren Pagodenzelt werden sie dann verkauft.

In den Pagoden können Besucher in kleinen Gruppen oder in Familie gemäß den Corona-Regeln basteln.
In den Pagoden können Besucher in kleinen Gruppen oder in Familie gemäß den Corona-Regeln basteln. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Marion Knaute von der Dekostube hat in einem der Häuschen vor der Manufaktur Platz für die Arrangements.
Marion Knaute von der Dekostube hat in einem der Häuschen vor der Manufaktur Platz für die Arrangements. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
So sehen die neuen Häuschen vor der Sterne-Manufaktur aus, die dem Unternehmen in Corona-Zeiten mehr Möglichkeiten bieten.
So sehen die neuen Häuschen vor der Sterne-Manufaktur aus, die dem Unternehmen in Corona-Zeiten mehr Möglichkeiten bieten. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Adventskalender heiß begehrt

Verkaufen könnte man vom aktuellen Adventskalender auch mehr als man derzeit produzieren und verpacken kann. "Wir arbeiten auf Hochtouren, aber trotzdem ist der Kalender teilweise nur schwer verfügbar", sagt Sprecherin Schröpel, bittet um Verständnis und tröstet zugleich: "Auch im kommenden Jahr werden wir diesen Kalender noch einmal auflegen." Wer also den Kalender mit dem weiß-violetten Stern haben möchte, muss nicht dieses Jahr zugreifen. 10.000 Stück soll es allein in diesem Jahr geben. Dass der Kalender schon zum Start für Schrecksekunden bei den Mitarbeitern gesorgt hat, gibt Jacqueline Schröpel offen zu: "Wir haben im Eifer des Gefechts vergessen, auf die Türchen Zahlen zu drucken", sagt sie. Man habe dann Klebeschildchen zum Selbermachen beigefügt - für all jene, die irgendwie doch Zahlen auf dem Kalender haben wollen. "Viele fanden es aber auch so gut", bilanziert die Sprecherin die Reaktionen.

Neuer Stern in Oberlausitz-Farben

Erste Reaktionen auf den neuen Stern im Sortiment haben die Herrnhuter inzwischen auch schon: "Wir verkaufen seit dem Tag der Oberlausitz am 21. August einen blau-gelben Oberlausitz-Stern ", erklärt Schröpel. Und der komme nicht nur in der Oberlausitz gut an - er gefalle auch anderswo. "Viele haben sich ihren Oberlausitz-Stern selbst schon aus den bisher vorhandenen blauen und gelben Zacken gebastelt, aber das Oberlausitz-Blau ist noch ein bisschen dunkler, das haben wir jetzt extra für diese Edition hergestellt", sagt sie. Auch hier müsse kein Sterne-Fan Angst haben, dass er zu spät kommt: Die Edition ist dauerhaft im Sortiment. "Wir werben ja auch immer damit, dass wir aus der Oberlausitz kommen", betont die Sprecherin mit einem Augenzwinkern.

Das ist die Oberlausitz-Edition der Herrnhuter Sterne, die in diesem Jahr neu ins Sortiment kam.
Das ist die Oberlausitz-Edition der Herrnhuter Sterne, die in diesem Jahr neu ins Sortiment kam. © Herrnhuter Sterne GmbH

Kommt der Lausche-Stern?

Gerade weil dem Unternehmen die eigene Herkunft und Region so wichtig ist, ist auch nach wie vor das Thema Lausche-Stern auf dem Tisch: Die Herrnhuter Sterne GmbH will gern auf dem Lauschegipfel - am Aussichtsturm - einen Riesenstern anbringen. Nachdem es gehörige Misshelligheiten zwischen Großschönaus Bürgermeister Frank Peuker (parteilos) und dem Unternehmen in diesem Zusammenhang gegeben hatte, hatten sich Peuker und Sterne-Geschäftsführer Oskar Scholz am Ende doch verständigt, die Sache angehen zu wollen. "Wir sind hier weiterhin im Gespräch, das derzeit jedoch noch ergebnisoffen ist", erklärt Jacqueline Schröpel dazu.

Neue Halle mit Zeitverzug

Geduldiger sein als geplant muss das Unternehmen bei seiner neuen Halle: An der Löbauer Straße in Herrnhut laufen die Bauarbeiten seit einigen Monaten. Probleme bei der Materiallieferung haben jetzt aber den Umzug auf das kommende Frühjahr verschoben - eigentlich sollten schon jetzt teilweise neu eingestellte Mitarbeiter in die Halle einziehen, die auch weitere wichtige Lagerflächen bieten soll.

Neuer Sympathieträger gesucht

Auf Hochtouren läuft aktuell zudem die Suche nach einem neuen Sternekind - dem Sympathieträger des Unternehmens. Da wegen der Corona-Pandemie Lucy Frydrych aus Kemnitz nun zwei Jahre hintereinander dieses Amt bekleidet hat, das eigentlich jährlich wechselt, wird nun wieder ein neues Kind gesucht, dass dann als erste Amtshandlung den Weihnachtsbaum vor der Manufaktur zum Herrnhuter Weihnachtsmarkt leuchten lässt. Bewerber sollten mindestens sechs Jahre alt sein und einen kleinen Steckbrief sowie etwas Gebasteltes, ein Gedicht, Lied oder Video bis zum 12. November bei der Herrnhuter Sterne GmbH unter dem Stichwort Sternekind einreichen. "Dafür kann man gut die Herbstferien nutzen", sagt Jacqueline Schröpel mit einem Augenzwinkern.