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Bald wieder Gastronomie auf dem Burgsberg

Die Stadt Varnsdorf saniert das markante Gebäude an der Grenze. Was alles geplant ist und wann Besucher auch wieder auf dem Berg essen können.

Die Stadt Varnsdorf erneuert die Gaststätte auf dem Burgsberg.
Die Stadt Varnsdorf erneuert die Gaststätte auf dem Burgsberg. © Foto: Archiv MÚ Varnsdorf

Der Burgsberg, das markante Ausflugsziel oberhalb der deutsch-tschechischen Grenze in Varnsdorf (Warnsdorf), wird renoviert. Die Sanierung begann schon im Vorjahr, die Bauleute sollen bis 2022 mit der Erneuerung fertig sein. „Wegen der Bauarbeiten bleibt auch der Aussichtsturm für die ganze Sommersaison gesperrt“, informiert der Sprecher des Varnsdorfer Rathauses, Tomáš Secký, auf Nachfrage der SZ. „In dem historischen Gebäude erneuern wir auch die Gaststätte, die dort früher war“, ergänzt er.

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„Wir geben zurück, was wir erhalten haben“
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Lange Jahre waren nur der Aussichtsturm und die Ausstellungshalle zugänglich. Nun will die Stadt auch das Restaurant wieder beleben. Die geplanten Kosten belaufen sich auf rund 25 Millionen Kronen (eine Million Euro). „Wenn alles gelingt, wollen wir für das Lokal einen neuen Mieter finden“, sagt Secký.

Laut Oberbürgermeister Roland Sollach verschieben sich aufgrund der Corona-Lage und des langen Winters die Bauarbeiten ungefähr um zwei Monate gegenüber dem Plan. „Deswegen ist diese touristische Saison für uns schon leider vorbei“, sagt er. Zurzeit wird der Fußboden in der Gaststätte eingebracht. „Bis Ende September soll das fertig sein“, freut sich Sollach.

Auch die Straße wird gebaut

Die nächste Etappe der Rekonstruktion des Aussichtspunkts ist die Renovierung der Terrasse, die direkt vom Restaurant zugänglich sein wird. Derzeit werden die Unterlagen für eine Ausschreibung vorbereitet. Wenn alles nach den Vorstellungen des Rathauses läuft, soll auch dieses Vorhaben noch im Herbst starten. Der Verlauf der Bauarbeiten hängt aber vom Wetter ab und kann sich bis zum nächsten Frühjahr verzögern. Die Terrasse wird den Stadthaushalt weitere fünf Millionen Kronen kosten. Zum Schluss muss noch die Zufahrtsstraße instand gesetzt und ein Parkplatz für Restaurantbesucher ausgebaut werden.

Auch innen wird gebaut.
Auch innen wird gebaut. © Archiv MÚ Varnsdorf

Immer wieder verfiel die Baude

Der Burgsberg ist 437 Meter hoch und ein Phonolitberg. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war er ein beliebtes Ausflugsziel. 1886 hat dort der Seifhennersdorfer Kuntsche eine originelle Grotte aus Baumrinde gebaut. Tatsächlich berühmt wurde der Ort erst Anfang des 20. Jahrhunderts durch das Restaurant und den 29 Meter hohen Aussichtsturm. Sein Bau begann im Mai 1903 dank einer vom Fürsten Liechtenstein gewährten Anleihe von 50.000 Kronen, die fast die Hälfte des Kostenvoranschlags deckte. Zum Bau trugen auch weitere Bürger bei, mit Geldspenden oder Dienstleistungen. Manche halfen beim Transport des Baumaterials. Dadurch konnte die prunkvolle Burgsbergwarte schon ein Jahr später, am 15. Mai 1904, eröffnet werden.

Die Warte wurde noch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg genutzt, später wurde sie nicht mehr gepflegt und verfiel allmählich. Erst 1967 wurde sie von der Stadt Varnsdorf repariert. Nach 1989 wurde das Gebäude privatisiert und weil der neue Besitzer kein Interesse zur Nutzung des Areals hatte, verwandelte sich das Objekt innerhalb weniger Jahre wieder zu einer Ruine. Ende der 1990er Jahre blieben von dem schönen Bau nur noch die kahlen Mauern mit zerschlagenen Fenstern und Reste der Balkenkonstruktion des ehemaligen Aussichtsturmes übrig.

Ab Frühjahr soll Gaststätte wieder öffnen

Im Jahr 2000 wurde der Stiftungsfonds Hrádek-Burgsberg gegründet, der sich das Ziel setzte, das Kulturdenkmal zu retten. Die Rekonstruktion wurde nach der ursprünglichen Dokumentation von 1903 durchgeführt und der erneuerte Aussichtsturm konnte 2003 feierlich eröffnet werden. In den folgenden zwei Jahren wurde auch das ganze Gebäude renoviert. Zwei Jahre später gewann das Ensemble einen Preis in einem landesweiten Wettbewerb um die wirkungsvollste und interessanteste Fassade Tschechiens.

Ab nächstem Frühjahr soll nun auch die Gaststätte wieder öffnen. Vom Aussichtsturm hat man einen wunderschönen Rundblick auf die gesamte Gegend, die Schluckenauer Hügellandschaft, das Lausitzer Gebirge. Bei gutem Wetter kann man sogar einen Teil des Riesengebirges und des Isergebirges sehen.

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