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Etappen-Sieg für Dussa vor Gericht

Das Abschleppunternehmen verkauft das Auto eines Kunden ohne dessen Wissen - und sieht sich im Recht. Jetzt geht's in die nächste Instanz.

Rechtsanwalt Professor Willi Vock mit den Papieren des Autos eines Abschleppkunden, das Dussa ohne dessen Wissen verkauft hat.
Rechtsanwalt Professor Willi Vock mit den Papieren des Autos eines Abschleppkunden, das Dussa ohne dessen Wissen verkauft hat. © Markus van Appeldorn

Man muss sich das mal vorstellen: Nach einem Unfall wird das Auto abgeschleppt. Und wenn man sich beim Abschlepp-Unternehmer nach dessen Verbleib erkundigt, lässt der einen wissen: Ist verkauft! Übrigens ohne jegliche Papiere und zum Schrottpreis. Gibt's nicht? Doch, das gibt's. Genau so ist das einem Mann passiert, dessen Auto die Firma Dussa nach einem Unfall im Dezember 2019 aus dem Straßengraben geborgen hatte. Wenige Wochen später war das Fahrzeug schon ohne Wissen des Mannes in Tschechien gelandet. Und: In der ersten Runde eines Schadenersatzprozesses hat der jetzt vor dem Landgericht Görlitz eine Schlappe erlitten.

Das Unternehmen Dussa sieht sich in der Sache im Recht. Es geht davon aus, der Mann habe sich nach der Havarie nicht gerührt - und daher sein Eigentum an dem Auto aufgegeben. Zum Preis von 100 Euro hatte Dussa den Skoda Fabia im Februar 2020 - gut sechs Wochen nach dem Unfall - an eine Tschechin aus Varnsdorf verkauft. Der Rechtsanwalt des damaligen Besitzers, der Dresdner Jurist Professor Willi Vock, hält dieses Vorgehen von Dussa für ungeheuerlich - zumal seinen Mandanten ein Schreiben, in dem Dussa mit dem Verkauf drohte, gar nicht erreicht habe.

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Ein Strafverfahren könnte folgen

Im ersten Schritt der Schadenersatzklage hatte Vock von Dussa Auskunft darüber verlangt, wie das Unternehmen zu der Einschätzung des Verkaufspreises von 100 Euro des zehn Jahre altes Fahrzeugs gelangt sei. Nur anhand dieser Kalkulation könne er überhaupt konkret die Schadenersatz-Forderung bestimmen. Dussa argumentierte im Verfahren, es habe mit der Mitteilung, zum Schrottpreis verkauft zu haben, bereits ausreichend über den Wert des Fahrzeugs informiert.

Das Landgericht Görlitz wies die Klage auf Auskunft nun ab. Auch das Gericht war der Auffassung, Dussa habe bereits in ausreichendem Maß informiert. Professor Willi Vock will sich mit diesem Ersturteil nicht zufrieden geben. "Ich gehe in Berufung vor das Oberlandesgericht Dresden. Die höhere Instanz entscheidet dann womöglich auch gleich über den Schadenersatz", sagt er auf SZ-Anfrage. Auch ein Strafverfahren könnte in der Sache noch folgen, weil Anwalt Vock in dem Vorgehen von Dussa eine Unterschlagung sieht.

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