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Hier stecken sieben Millionen drin

Die Grundschule in Niedercunnersdorf kann endlich ihr Platzproblem lösen. Sie bekommt einen Anbau. Hochmodern und praktisch soll er werden.

Das alte Schulhaus von 1895 (links in der Grafik) erhält einen modernen Anbau. Beide Gebäudeteile werden mit einem Übergang verbunden.
Das alte Schulhaus von 1895 (links in der Grafik) erhält einen modernen Anbau. Beide Gebäudeteile werden mit einem Übergang verbunden. © Grafik: Ingenieurbüro Helbig und Mattick

Nicht erst seit Corona ist klar: die Niedercunnersdorfer Grundschule braucht mehr Platz. Die Pandemie hat aber noch einmal deutlich gezeigt, dass gerade in solchen Zeiten mehr Raum gefragt ist, damit die Kinder weiterhin unterrichtet und betreut werden können. "Corona hat verdeutlicht, wie schwer das in den alten Räumen ist", so Schulleiter Peter Kubenz. So hat die Schule nur vier Räume, die groß genug sind, um genügend Abstand wahren zu können. Der Hort nutzt normalerweise Unterrichtsräume mit, das war nun gar nicht möglich. Und auch das Einbahnstraßen-System auf den Gängen sei schwer umsetzbar, sagt Kubenz. 

Doch auch unabhängig von Pandemie-Zuständen wurde es im Niedercunnersdorfer Schulhaus eng. Deshalb tüftelte man im Gemeindeamt von Kottmar schon lange an einem Plan, wie das Problem beseitigt werden könnte. Die Lösung ist nun ein Anbau an das alte Gebäude. Er wird zwei Stockwerke haben und teilweise unterkellert sein. Die drei Geschosse werden benötigt, damit alle Räume für Schule und Hort genügend Platz haben. Würde man die in die Höhe bauen, wäre das neue Gebäude aber gegenüber dem Altbau überdimensioniert, heißt es vom Zittauer Ingenieurbüro, das die Pläne für den Schulbau entworfen hat. Über einen Verbinderbau mit viel Glas kommt man künftig vom alten ins neue Gebäude und umgekehrt. Heizung, Sanitär, Garderoben, eine Mensa - alles wird in dem Zusammenhang erneuert oder neu gebaut. Und natürlich wird die Schule mit einem Aufzug versehen und barrierefrei zugänglich sein.

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Mit dem Neubau und der großen Investition bekennt sich die Gemeinde Kottmar auch ganz klar zum Schulstandort Niedercunnersdorf. Immerhin hat sie noch eine zweite Grundschule auf der anderen Seite des Kottmars - in Eibau. Rund sieben Millionen Euro sind jetzt für den Bau veranschlagt - ohne Innenausstattung. Etwa 400.000 Euro kämen laut Planer für neue Möbel noch hinzu. 

Das Schulhaus in Niedercunnersdorf ist 125 Jahre alt. 
Das Schulhaus in Niedercunnersdorf ist 125 Jahre alt.  © Matthias Weber
So sieht der neue Anbau auf dem Gelände von oben aus. 
So sieht der neue Anbau auf dem Gelände von oben aus.  © Grafik: Ingenieurbüro Helbig und Mattick

Geplant sind Klassenräume mit einer Größe von 70 Quadratmetern. "Das ist nach den heutigen Gesichtspunkten ausreichend", sagt Peter Kubenz. Denn auch Kinder mit unterschiedlichsten Behinderungen oder Einschränkungen besuchen die Grundschule, wie der Schulleiter erklärt. Das seien zum Beispiel auch Kinder mit sozial-emotionalen Problemen oder solche, die besonders gefördert werden müssen. Da brauche man auch Räume, die man abteilen kann, sodass sich Lehrer und Betreuer in kleinen Gruppen den Kindern widmen können. Große Räume, offene Unterrichtsgestaltung - davon träumt der Schulleiter schon lange. Das 125 Jahre alte Haus kann diese Funktionen nicht erfüllen. "Damals lief ja Schule ganz anders ab", so Peter Kubenz. 

Damals stand der Gemeinderat auch schon einmal vor dem Problem, wie die Schüler unterzubringen seien, weiß der Schulleiter aus der Ortsgeschichte. Sie hatten es allerdings schneller gelöst, als das heutzutage möglich ist: gerade mal ein halbes Jahr wurde gebaut. Und preiswerter war's auch: 52.751 Mark und 72 Pfennige kostete der alte Schulbau.

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