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Neues Postzentrum im Ebersbacher Gewerbegebiet wächst

Im Herbst soll der neue Stützpunkt fertig sein. Er wird rund 50 Mitarbeiter haben - Tendenz steigend. DHL setzt hier besonders auf Öko.

Hier entsteht im Ebersbacher Gewerbegebiet ein neuer Zustellstützpunkt der Deutschen Post/DHL. Im Herbst soll er fertig sein.
Hier entsteht im Ebersbacher Gewerbegebiet ein neuer Zustellstützpunkt der Deutschen Post/DHL. Im Herbst soll er fertig sein. © Matthias Weber/photoweber.de

Das neue Postzentrum im Oberland wächst. Inzwischen steht das Stahlgerüst für die große Halle. Die Deutsche Post/DHL baut im Ebersbacher Gewerbegebiet "Rumburger Straße" ein neues Verteilzentrum. Von hier aus verteilen die Zusteller Briefe und Pakete in ihrem Bezirk.

Die beiden alten Poststationen in den Stadtteilen Ebersbach und Neugersdorf sind nicht mehr zeitgemäß und viel zu klein geworden. Deshalb kaufte die Post Anfang des vorigen Jahres ein 6.000 Quadratmeter großes Grundstück im Ebersbacher Gewerbegebiet. Jetzt ist der Bau gestartet und das Gebäude nimmt Formen an.

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Wie Matthias Persson, Pressesprecher der Deutschen Post/DHL auf Nachfrage berichtet, entsteht ein sogenannter "grüner Zustellstützpunkt" in Ebersbach. "Wir liegen hier gut im Plan und die Fertigstellung des Gebäudes ist für den Herbst geplant", so der DHL-Sprecher.

Fertigstellung im Herbst

Wenn das neue Postzentrum fertig ist, werden die beiden jetzigen Verteilzentren in Neugersdorf und Ebersbach geschlossen und dort zusammengeführt, die Mitarbeiter umziehen. In Neugersdorf befindet sich der Poststützpunkt, wo Briefe und Pakete zentral eingehen und in die Zustellfahrzeuge geladen werden, im historischen Postamt an der Kreuzung Zittauer-/Hauptstraße. In Ebersbach hat die Post dafür Räume an der Bahnhofstraße. Der genaue Umzugstermin steht noch nicht fest. Das werde davon abhängen, wann das neue Gebäude nun fertig wird und ob dann das Weihnachtsgeschäft schon begonnen hat. Denn mitten in der Hoch-Zeit, wo viel mehr Pakete als sonst im Jahr verschickt werden, ist ein solcher Umzug ungünstig.

Immer mehr Pakete

Rund 50 Mitarbeiter sind an den beiden Stützpunkten tätig, die dann am neuen Standort zusammengeführt werden. Sie sollen im neuen Gebäude bessere Arbeitsbedingungen vorfinden, erklärt Persson. Auch das ist ein Ziel des Neubaus. So können Pakete und Briefe künftig ebenerdig angeliefert und entladen werden. In den Altgebäuden ist das bisher problematisch.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Platz. "Vor allem wird es wesentlich mehr Platz und Lagerkapazitäten geben", so DHL-Sprecher Matthias Persson. Denn man geht bei der Post von weiterem Wachstum aus. Das habe auch die Pandemie gezeigt. In den letzten Monaten sei die Anzahl an Sendungen dadurch stark gestiegen. Wenn die Entwicklung so weitergeht, könnte es im Oberland auch bald neue Jobs bei der Post geben. "Je nachdem, wie sich die Sendungsmengen entwickeln, stocken wir passend Personal auf", kündigt der DHL-Sprecher an.

Was bedeutet aber nun "grüner Zustellstützpunkt"? Hier geht's um Nachhaltigkeit. Diese Postzentren sollen CO2-neutral arbeiten. Der neue Zustellstützpunkt in Ebersbach-Neugersdorf wird zum Beispiel mit einer Photovoltaik-Anlage und Wärmepumpe in Verbindung mit Fußbodenheizung ausgestattet. Perspektivisch können Batteriespeicher installiert werden, in denen der tagsüber geladene Solarstrom gespeichert und nachts für die Fahrzeugladung verwendet wird. Für die Speicherung kommen Batterien von ausgemusterten E-Fahrzeugen zum Einsatz, die auch nach Ende ihres Lebenszyklus in einem E-Auto eine für stationäre Zwecke noch ausreichende Speicherkapazität haben. "Dadurch können sie noch viele Jahre als Pufferspeicher für Solarstrom genutzt werden", so Matthias Persson. Jeder grüne Zustellstützpunkt spart so rund 20 Tonnen CO2 pro Jahr gegenüber einem herkömmlichen Gebäude ein, heißt es von DHL. Das bezieht sich allein auf das Gebäude. Zusätzlich benötigte Energie werde ausschließlich als Ökostrom aus nachhaltigen Quellen bezogen, versichert DHL.

So ein klimafreundlicher Standort ist in diesem Jahr bereits zum Beispiel in Weigsdorf-Köblitz in Betrieb gegangen.

Flotte mit E-Autos entsteht

So sehen die Street Scooter aus, die DHL auch im Oberland künftig zum Einsatz bringen will.
So sehen die Street Scooter aus, die DHL auch im Oberland künftig zum Einsatz bringen will. © Deutsche Post DHL Group

Und im Laufe der nächsten Zeit will DHL in Ebersbach-Neugersdorf eine Flotte besonderer E-Fahrzeuge für die Post-Zustellung etablieren. Die Street Scooter sind Elektrofahrzeuge, die von DHL entwickelt wurden. Sie sollen künftig auch im Oberland bei der Zustellung im Einsatz sein. Elektrofahrzeuge eignen sich besser als Verbrenner für die Fahrten bei den oft angehalten und wieder gestartet werden muss, wie es bei der Brief- und Paketzustellung üblich ist, ist man bei DHL überzeugt. Auch die Autos sollen bei der CO2-Einsparung helfen.

Damit ist das Ebersbacher Gewerbegebiet gut ausgelastet. Von den knapp 20 Hektar, die das Areal an der S148 umfasst, sind jetzt laut Übersicht der Stadtverwaltung noch rund 5.600 Quadratmeter verfügbar. 15 Unternehmen sind aktuell hier ansässig. Zuletzt baute eine Firma aus Schönbach neu im Gewerbegebiet "Rumburger Straße", um hierher umzuziehen und sich zu vergrößern. Nun kommt bald DHL dazu.

Weitere Gewerbeflächen bietet die Stadt Ebersbach-Neugersdorf im Neugersdorfer Gewerbegebiet "Kamerun" an. Hier sind von gut 18 Hektar derzeit noch rund dreieinhalb Hektar verfügbar.

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