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Wirrwarr um zwei Spreequellen

Die eine in Altgersdorf, die andere in Ebersbach: Für beide gab's Ende des 19. Jahrhunderts Pläne - und kurz Aufregung.

Die Spreequelle am Schwimmbad Neugersdorf.
Die Spreequelle am Schwimmbad Neugersdorf. © momentphoto.de/bonss

Dass zwischen den Orten Altgersdorf und Ebersbach in Sachen Spreequelle eine Art Futterneid herrschte, geht aus einer Notiz hervor, die der „Gebirgsfreund“, Organ des Gebirgsvereinsverbandes Lusatia, Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlichte.

Die Ebersbacher hatten mit ihrer Quelle, dem Spreeborn in der Nähe des damaligen Dorfes Altgersdorf, viel vor. Sie betrachteten sie als älteste der bekannten Spreequellen und wollten dort ein Spreebornhaus errichten. Dazu war eigens ein Verein gegründet worden. Um Spenden für einen Pavillon wurde geworben, sie reichten aber noch nicht.

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Mitten in diese Bemühungen platzte plötzlich eine Nachricht der Lokalpresse, die zur Unzeit kam: Es hieß, die Spreequelle sei verkauft worden. Der Käufer, so verlautete, wolle dort eine Kaltwasser-Heilanstalt errichten. Gemeint war aber nicht die Ebersbacher Quelle, sondern jene direkt auf Altgersdorfer Flur, die später am Neugersdorfer Bad gefasst wurde.

Logisch, dass sich die Ebersbacher Spreeborn-Anhänger zu einem schnellen Dementi entschlossen, um ihre Pavillon-Pläne nicht zu gefährden. Das gelang ihnen auch, die gusseiserne Umhausung wurde 1896 fertig, versehen mit Wappen der an der Spree gelegenen Städte und früherer Länder. 

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