merken
PLUS Löbau

Gibt's doch Hoffnung für stillgelegte Bahnstrecken?

Die DB und der Freistaat verhandeln derzeit über eine Zug-Zukunft auf der Herrnhuter Bahnstrecke sowie zwischen Ebersbach und Löbau. Doch einer bremst die Euphorie.

Sind die Herrnhuter und die Ebersbach-Löbauer Bahn ihretwegen im Gespräch? Der damalige grüne Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn (links) und Mitglieder des Vereins Pro Herrnhuter Bahn.
Sind die Herrnhuter und die Ebersbach-Löbauer Bahn ihretwegen im Gespräch? Der damalige grüne Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn (links) und Mitglieder des Vereins Pro Herrnhuter Bahn. © Archivfoto: Matthias Weber/photoweber.de

Die Herrnhuter Bahnstrecke zwischen Oberoderwitz und Niedercunnersdorf sowie die Verbindung zwischen Ebersbach und Löbau sind aktuell Thema von Verhandlungen zwischen Deutscher Bahn und Sachsen. Das geht aus Informationen zu dem an diesem Dienstag vorgelegten Programm zur Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken hervor. 2019 hatte die Bahn angekündigt, eine umfangreiche Prüfung von nicht mehr genutzten Strecken vorzunehmen, nun liegen erste Ergebnisse vor. Anders als in anderen Bundesländern sind die Gespräche mit Sachsen aber noch nicht abgeschlossen, deshalb spricht die Deutsche Bahn bei den sechs sächsischen Strecken von einem "ersten Ausblick auf mögliche weitere Strecken", die wieder genutzt werden könnten.

Neben der Herrnhuter Bahnlinie ist demnach auch die Verbindung Ebersbach-Löbau im Visier, auf der aktuell Güterverkehr rollt und die für Sonderfahrten von den Eisenbahnfreunden genutzt wird. Bei den vier weiteren sächsischen Verbindungen geht es um die Strecke zwischen Kamenz und Hosena, um die Bahn zwischen Pockau/Lengefeld nach Marienberg im Erzgebirge, eine Verbindung zwischen Döbeln und Meißen sowie die westsächsische Strecke Beucha-Brandis-Trebsen.

Küchen-Profi-Center Hülsbusch
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Das Sächsische Wirtschaftsministerium bestätigt auf SZ-Nachfrage, dass die Gespräche noch nicht abgeschlossen seien. Der Freistaat habe ein Basisgutachten erstellt, das 20 Strecken untersuche. Auf dieser Grundlage werde man mit den im Haushalt eingestellten Geldern eine Auswahl an Strecken voranbringen, heißt es. Minister Martin Dulig machte jedoch klar, dass es nicht "auf Teufel komm raus" darum gehe, Strecken wieder in Betrieb zu nehmen. Nach der ersten Basisstudie werde eine genauere Potenzialanalyse folgen. Denn die Finanzierung ist der heikle Punkt an der Sache: Der Bund wird eine Reaktivierung nicht allein bezahlen, die Länder sowie die zuständigen Verkehrsverbände wären hier ebenfalls im Boot.

Pro Herrnhuter Bahn werben für Strecke

Insgesamt 20 Strecken sind es auch, für deren Wiederbelebung sich die Deutsche Bahn mit den Ländern bundesweit schon entschieden hat: Diese bereits festgelegten Strecken befänden sich in unterschiedlichen Phasen der Umsetzung. "Für einen weiteren Teil der Strecken führen die Länder aktuell die nötigen Machbarkeitsstudien durch", heißt es von der DB. Zu diesem zweiten Teil könnten offensichtlich auch die Oberlausitzer Strecken gehören. Das die Strecke überhaupt im Gespräch ist, geht offensichtlich auf das aktive Werben des Vereins Pro Herrnhuter Bahn - und dem früheren Grünen-Landtagsabgeordneten und jetzigen Dresdener Baubürgermeister Stephan Kühn zurück, der den Bahnchef in dieser Angelegenheit umwarb.

Weiterführende Artikel

In Sachsen wird keine Strecke reaktiviert

In Sachsen wird keine Strecke reaktiviert

Im Plan der Bahn zur Inbetriebnahme stillgelegter Strecken kommt Sachsen nicht vor. Dabei verlor der Freistaat über 60. Das ruft Politiker auf den Plan.

Ob nun für die Herrnhuter Bahn erneut eine Machbarkeitsstudie erstellt werden soll, kann aktuell niemand mit Gewissheit sagen. Bislang hieß es immer, dass es ja bereits eine solche Analyse gebe - beauftragt durch den Landkreis. Er hatte auf dieser Basis vor reichlich zwei Jahren beschlossen, dass die Bahntrasse vom Kreis gekauft und in einen Radweg umgebaut werden soll. Aktuell läuft dazu ein Planfeststellungsverfahren. Darauf verweist auch das Wirtschaftsministerium in Dresden. Die Staatsregierung sehe für sich keine Möglichkeit die Entscheidung des Kreisparlamentes in Frage zu stellen. Die Unwirtschaftlichkeit der Strecke hatte einst zur Einstellung des Verkehrs geführt und auch die vorliegende Machbarkeitsstudie haben "nur geringe Fahrgastpotenziale ermittelt", auch beim Güterverkehr habe man nur geringe Potenziale eruiert, konkretisiert Sprecherin Kathleen Brühl.

Mehr zum Thema Löbau