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Gefragte Büros im alten Feuerwehrdepot

Aus der alten Herrnhuter Feuerwehrgarage hat Architekt David Haupt einen modernen Coworking-Space gemacht. Und der ist gerade wegen Corona interessant.

Sie arbeiten dort, wo einst Herrnhuts Feuerwehren standen (von links): David Haupt, Arno Hoffrichter und Andreas Frei.
Sie arbeiten dort, wo einst Herrnhuts Feuerwehren standen (von links): David Haupt, Arno Hoffrichter und Andreas Frei. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Ausgerechnet jetzt in Corona-Zeiten, wo man Kontakte möglichst meiden soll, startet der Herrnhuter Architekt David Haupt sein Co-Working-Projekt - eine Art Büro mit Plätzen zum Einmieten - in der August-Bebel-Straße. Er trifft damit durchaus einen Nerv.

Die Idee, das 1895 als Spritzenhaus für die Feuerwehr erbaute Gebäude für Büros umzubauen, hatte Haupt schon länger. Konkreter wurde der Plan vor anderthalb Jahren, als einer seiner jetzigen Mitstreiter - Arno Hoffrichter - aus Hamburg in die Oberlausitz umgezogen ist. Hoffrichter suchte für seine Werbeagentur einen Büroplatz mit guter Internetanbindung. Das alte Feuerwehrhaus schien da ideal: "Es hatte die richtige Größe und ich einen Mitstreiter für die Finanzierung", erinnert sich Haupt. Das Haus gehörte seit Längerem der Familie und diente schlicht als Garage. "Mein Großvater Gotthold Haupt hat das Haus nach dem Ende der Feuerwehr-Nutzung von der Stadt für sein Elektrogeschäft gemietet, nach der Wende hat es mein Vater dann gekauft", erinnert sich David Haupt, der im Nebenhaus einen Großteil seiner Kindheit verbracht hat.

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Einst Spritzenhaus der Feuerwehr von Herrnhut - jetzt moderner Coworking-Space mit Büros zum mieten.
Einst Spritzenhaus der Feuerwehr von Herrnhut - jetzt moderner Coworking-Space mit Büros zum mieten. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
In separaten Räumen, die aber dank Glastüren hell und licht sind, kann man auch in Corona-Zeiten sicher arbeiten.
In separaten Räumen, die aber dank Glastüren hell und licht sind, kann man auch in Corona-Zeiten sicher arbeiten. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Im Dachgeschoss gibt es einen Beratungsraum, den alle Mieter nach Absprache nutzen können.
Im Dachgeschoss gibt es einen Beratungsraum, den alle Mieter nach Absprache nutzen können. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Eine historische Treppe führt ins Dach des eher flachen Hauses hinauf. Der Bau entstand Ende des 19. Jahrhunderts.
Eine historische Treppe führt ins Dach des eher flachen Hauses hinauf. Der Bau entstand Ende des 19. Jahrhunderts. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Als er sich vor reichlich einem Jahr zum Ausbau entschied, ist ihm die Geschichte des Gebäudes buchstäblich vor Augen geführt worden. "Wir haben beim Beräumen sowohl alte Feuerwehrsachen wie Plakate und Leitern gefunden, als auch Material des früheren Elektrogeschäftes", schildert David Haupt. Einige der Fundstücke hat er weitergegeben - beispielsweise an die Großhennersdorfer Kameraden, die eine Feuerwehrsammlung hegen und pflegen. Danach war viel Platz in der großen Halle, die der Architekt bei seiner Komplettsanierung in kleinere Einheiten unterteilt, gleichwohl aber in seiner leichten und luftigen Art belassen hat. Nun stehen neben drei kleineren, abgeschlossenen Büros auch ein Großraumbüro und ein Besprechungsraum zur Verfügung. Weil die Türen aus Glas sind, wirkt alles licht und offen.

Räumlich corona-technisch korrekt getrennt und dennoch gemeinsam - so arbeiten nun neben David Haupt, der seinen Schreibtisch aktuell im Großraumbüro stehen hat, derzeit auch sein Mitarbeiter, sowie Arno Hoffrichter und Andreas Frei im alten Feuerwehrhaus. Frei, der aus dem Erzgebirge stammt und schon etwas länger in der Oberlausitz lebt, betreut, installiert und repariert mit seiner Firma "mIghTy" Computer von Home-Office-Lösungen bis hin zu mittelgroßen Netzwerken. Arno Hoffrichter hat sich mit seiner Collective Brain GmbH hingegen mehr auf die Inhalte im Internet wie Websites, Online-Shops und auch Videoproduktion und Grafik konzentriert.

Offizielle Vorstellung der Räume kommt noch

Für alle ist es ein Vorteil, ein Büro mit guter Internetanbindung zu haben - und mit kreativer Ruhe. Genau das ist nämlich auch der Punkt, der David Haupts neuen Coworking-Space für Interessenten spannend macht, wie er bestätigt: Gerade jetzt in Corona-Zeiten arbeiten viele zu Hause und haben oft auch kleine Kinder um sich. Da gibt es dann nicht immer die richtige Ruhe für wichtige Aufträge. Sich deshalb im ehemaligen Spritzenhaus einzumieten, um für ein paar Stunden oder einen Tag ganz ungestört arbeiten zu können, ist daher gerade jetzt hoch im Kurs und ohnehin der eigentliche Sinn eines Coworking-Spaces. Dennoch wird sich das erste Angebot dieser Art in Herrnhut wohl erst mit Ende der Pandemie-Beschränkungen so richtig entfalten können. Dann will der Architekt seine Räume bei einem Tag der offenen Tür präsentieren. Luft für weitere Büros hat er übrigens noch. Aber das habe noch Zeit, sagt er.

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