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Lohn für hartes Training

Das Ganztagsangebot Akrobatik in Sebnitz findet einen ungebremsten Zuspruch. Jetzt gab es auch eine Finanzspritze.

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© Dirk Zschiedrich

Von Anja Weber

Sebnitz. Vor etwa fünf Jahren scharten sich eine Handvoll Mädchen und Jungen um Wolfgang Knittel und seine Frau Marlies Borm. Beide früher selbst Artisten, hatten die Idee, ein Ganztagsangebot in Sebnitz für Oberschüler und Gymnasiasten auf die Beine zu stellen. Das ist ihnen gelungen. Das Angebot gewann so an Eigendynamik, dass sie sich vor Neuanmeldungen kaum retten können.

Und nicht nur das. Jede Menge öffentliche Auftritte hat die Truppe. Das zweite Jahr hintereinander dürfen sie zum Beispiel mit den Landesbühnen Sachsen auf der Felsenbühne in Rathen gastieren. Bis zu zehn Stunden Proben in einer Woche waren allein bei der Inszenierung „Die Zauberflöte“ in diesem Jahr nötig. Rund 8 500 Zuschauer hatten sie in zehn Vorstellungen. Mit Beginn des neuen Schuljahres gibt es nun wieder großen Andrang.

Derzeit unterrichten sie 80 Schüler in allen Kursen. Im nächsten Jahr ist wieder „Die Zauberflöte“ auf der Felsenbühne geplant, und sie werden mit den Landesbühnen Sachsen auf Tournee nach Luisenburg in Bayern gehen. Alles große Pläne. Und da kommt ihnen jede Unterstützung und Hilfe recht. Umso mehr hat sich die Truppe nun gefreut, dass der Lions-Club Sebnitz ihr Projekt mit 2 300 Euro unterstützt. Die Summe stammt aus dem Erlös der Einnahmen zum diesjährigen Kirnitzschtalfest. Dort betreibt der Lions-Club traditionell einen Grillstand. Die Einnahmen davon gehen immer an ein Projekt. Und in diesem Jahr konnte sich eben das Ganztagsangebot Akrobatik darüber freuen. Der Präsident der Lions-Clubs, Peter Boden, hat kürzlich den Scheck übergeben und konnte sich bei einem Training selbst von den Leistungen der jungen Artisten überzeugen und vor allem auch sehen, welch hartes Training dahintersteckt. Denn wer zu großen Auftritten möchte, der muss eben auch fit dafür sein. Wolfgang Knittel und Marlies Borm haben da ganz harte Kriterien. Die gesundheitliche Eignung steht ganz oben. Wer sich für das Ganztagsangebot entscheidet, muss zuerst einen Grundkurs zum Erlernen einfacher Bewegungsabläufe absolvieren. Kann er oder sie dort seine Übungsleiter überzeugen, beginnt die akrobatische Grundausbildung auf der Grundlage der Lehrpläne beim Bodenturnen im Sportunterricht. In diesem Bereich werden zum Beispiel Kraft, Dehnung, Ausdauer und der Umgang im Team aufgebaut.

„Es gibt für jedes erlernte Element eine Abnahme und nur wer diese besteht, kann aufbauend weiterarbeiten. Der Leistungsaufbau ist nach oben offen und kann bis zur qualifizierten unteren Leistungsklasse trainiert werden“, erläutert Wolfgang Knittel. Wer dann hier mit der Note 1, maximal mit der Note 2 abschneidet, kann einen Vorspezialisierungskurs absolvieren. Und dann können die Akrobaten selbst entscheiden, ob sie in einer höheren Leistungsklasse weitertrainieren wollen. Die Messlatte für die Anforderungen wird dann noch einmal höher gelegt. Mindestens acht Stunden pro Woche müssen geübt werden. Weniger würde ein erhöhtes Unfallrisiko bedeuten, sagt Cheftrainer Knittel. Für die Leistungsklasse werden dann auch Ferienkurse als Sicherheitstraining für die Bewegungsabläufe angeboten. Letztlich trage es dazu bei, nicht nur das Sportliche zu schulen, sondern auch die Persönlichkeiten der Schüler auszubilden.

Eltern müssen mit ran

Je nach Trainingsstand werden die jungen Akrobaten dann in die Programme eingebunden und bei Auftritten eingesetzt. Wichtig ist aus Sicht von Wolfgang Knittel vor allem, dass auch die Eltern dahinterstehen. Sie sind gefragt, wenn die Truppe zum Beispiel zu Auftritten fährt. „Da müssen alle zusammenhalten, und einer muss sich auf den anderen verlassen können“, sagt Wolfgang Knittel.

Die Finanzspritze für die jungen Akrobaten ist eins von mehreren Projekten, die der Lions-Club unterstützt. So wurden im Rahmen einer Typisierungsaktion für den an Leukämie erkrankten Tim aus Weixdorf 500 Euro an die DKMS überwiesen. Die mehrfach prekären Wettersituationen im Frühjahr in Süddeutschland forderten hohe Sachschäden. Hier erfolgte im Rahmen einer Hochwasserhilfe eine Unterstützung in Höhe von 4 000 Euro an den Lions Club Rottach-Inn, der das Geld an betroffene Opfer weiterverteilte. Eine Besonderheit stellt die Sammlung des jeweils amtierenden Präsidenten im Lions-Club-Lokal dar.

Über das Lions-Jahr werden Gäste, aber auch Lions-Mitglieder gebeten, die Rechnung aufzurunden beziehungsweise Geld zu spenden. Im vergangenen Jahr wurde „Stolpen liest“ begünstigt. Hier konnten ebenfalls 400 Euro zur Verfügung gestellt werden. Der diesjährige Präsident Peter Boden stellt den Sammel-Erlös für die Jugendfeuerwehren in Stolpen und Dürrröhrsdorf zur Verfügung. Die Höhe wird sich dann im Juli 2017 herausstellen.