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Lotsen sichern Schulweg ab

Vor dem Ausweichquartier der Diesterweg-Schule herrscht jeden Morgen Verkehrschaos. Nun aber soll sich einiges ändern.

Ausbilder Peter Grabs (l.) von der Verkehrswacht Sächsische Schweiz hat die drei Schulweghelfer Christin Bardhi (2.vl.), Stephanie Scholz und André Liebscher im Dezember 2018 praktisch geschult. Am 7. Januar beginnen sie ihren morgendlichen Dienst auf der
Ausbilder Peter Grabs (l.) von der Verkehrswacht Sächsische Schweiz hat die drei Schulweghelfer Christin Bardhi (2.vl.), Stephanie Scholz und André Liebscher im Dezember 2018 praktisch geschult. Am 7. Januar beginnen sie ihren morgendlichen Dienst auf der © D. Schäfer

Seit die Schüler der Diesterweg-Grundschule in Copitz am Interimsstandort an der Schillerstraße unterrichtet werden, herrschen vor allem vor Schulbeginn teilweise chaotische Verkehrsverhältnisse. Allmorgendlich schlängelt sich eine schier endlose Blechkarawane nach Copitz-West, viele Eltern halten mit ihren Autos in den Busbuchten und lassen dort ihre Kinder aussteigen, andere wiederum überqueren mit ihrem Nachwuchs vom ehemaligen Diska-Parkplatz kommend die Schillerstraße, gerade im Dunkeln herrscht an dieser Stelle ungünstige Sicht, hinzu kommt noch der übrige Straßen- und Schülerverkehr – alles in allem keine gute Gemengelage. Eltern, Schule und Stadt haben nun einen Plan entwickelt, um den Schulweg sicherer zu machen. Die SZ fasst die einzelnen Punkte zusammen.

Wie entstand die Idee für einen sicheren Schulweg?

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Das Verwahren, Strukturieren und Transparent machen von Forschungsergebnissen auf nationaler Ebene ist ein Mammutprojekt – bei dem die TU Dresden ganz vorn mit dabei ist.

Kai Biele, Mutter eines Erstklässlers, bringt ihren Nachwuchs jeden Morgen mit dem Auto zur Schule. Mein Kind, sagt sie, werde lange ein Fahrkind sein, der Weg von zuhause bis Copitz ist zu weit. „Aber schon in den ersten Wochen des Schuljahres erlebte ich Situationen, bei denen einem angst und bange wurde“, sagt Kai Biele. Sie beschloss: Der Schulweg muss sicherer werden. „Das war ganz und gar uneigennützig“, sagt sie, „da ich weder ein ‚Laufkind‘ habe und noch nicht einmal im Elternrat war. Mir ging es einfach um die Kinder.“ Kai Biele teilte ihre Intention zunächst dem Schul- und Hortelternrat mit, der sie sofort unterstützte. Zudem holte sie Schulleitung und Stadt mit ins Boot, die ebenfalls Mitarbeit zusagten. Inzwischen gibt es ein großes Netzwerk, aus dem auch die Arbeitsgruppe „Sicherer Schulweg“ entsprang. Die Gruppe besteht aus Eltern und Elternräten aller Klassen, in regelmäßigen Treffen verständigten sie sich auf mehrere Punkte, die umgesetzt werden sollten. Insgesamt basiert der gesamte Maßnahmekatalog auf einer Initiative von Schul- und Horteltern, mit der nun Schule, Hort, Stadt, Verkehrswacht und Polizei kooperieren.

Wann beginnen die neuen Schulweghelfer mit ihrem Einsatz?

Ein vordringliches Projekt der Elterninitiative geht jetzt an den Start: An der Diesterweg-Grundschule werden nun erstmals Schulweghelfer ihre Arbeit aufnehmen. Mit Stephanie Scholz, Christin Bardhi und André Liebscher haben sich drei Eltern bereit erklärt, an den Schultagen von 6.45 bis 7.30 Uhr den Schulweg zu sichern. Sie beginnen mit ihrem Einsatz am 7. Januar. Die drei ließen sich in den vergangenen Wochen von der Verkehrswacht Sächsische Schweiz speziell für diese Aufgabe schulen, jeweils zwei Stunden Theorie und Praxis. Die Verkehrswacht stattet die Schulweghelfer auch aus, beispielsweise mit Warnkellen und leuchtend gelben Jacken mit Reflektorstreifen. Für diesen ehrenamtlichen Einsatz sollen die Helfer eine monatliche Aufwandsentschädigung aus dem Fördertopf „Wir für Sachsen“ bekommen. Ein Problem gibt es allerdings: Drei Schulweghelfer, sagt Kai Biele, sind viel zu wenig. Trotz der Aushänge in Schule und Hort und über Eltern breit gestreute Informationen hatten sich nicht mehr gemeldet. Zwei müssen immer als Team auf der Straße sein, also dürfen beispielsweise auch nicht zwei der Helfer zeitgleich krank werden – dann funktioniert der Einsatzplan nicht mehr. Ende des Schuljahres fällt auch einer der Helfer definitiv weg, weil dessen Kind die Diesterweg-Grundschule verlässt. Verstärkung wird demnach dringend benötigt. Wer Interesse hat, kann sich in der Schule oder im Hort melden.

Wo können die Eltern morgens nahe der Schule parken?

Parkplätze rund um den Schulstandort sind rar. Das Rathaus verweist auf den städtischen Parkplatz neben dem früheren Diska-Markt. Die Fläche vor dem Supermarkt sei nach Kenntnis der Stadt verpachtet, der Pächter dulde es aber, wenn Eltern dort parken, um ihre Schützlinge zur Schule zu bringen. Der Stopp an der Bushaltestelle, den einige Eltern praktizieren, ist verboten und kann mit einem Bußgeld von 15 Euro geahndet werden, wird der Busverkehr behindert, kann es auch 25 Euro kosten.

Wird das Tempolimit an der Schule künftig verstärkt kontrolliert?

Im gesamten Wohngebiet rund um die Schule gilt Tempo 30, das oft nicht eingehalten wird. Die Stadt hat das eigene Ordnungsamt sowie die Polizei darum gebeten, in nächster Zeit verstärkt zu kontrollieren, ob Kraftfahrer sich an die geltende Höchstgeschwindigkeit sowie an das Halteverbot halten. Zudem will Kai Biele anfragen, ob die Polizei 2019 mit der Kontrollaktion „Blitz für Kids“ zur Schule kommt.

Werden Kraftfahrer gesondert auf das Tempolimit hingewiesen?

Pirna hat eine neue mobile Geschwindigkeitsanzeigetafel erworben, ähnlich jener auf der Rennerstraße vor dem Herder-Gymnasium. Sie soll immer für einen bestimmten Zeitraum an besonders kritischen Stellen in der Stadt aufgestellt werden. Laut des Rathauses könne der Interimsstandort der Diesterweg-Grundschule nicht alleinig mit dem Gerät bedacht werden, es soll aber auf alle Fälle im Frühjahr eine Zeit lang auf der Schillerstraße stehen.

Wird es auch bauliche Veränderungen in dem Areal geben?

Pirna lässt in diesem Jahr weitere Bushaltestellen barrierefrei umbauen, als Nächstes sind die Haltestellen an der Schillerstraße vor der Schule dran. Dabei soll geprüft werden, ob sich die Haltebereiche ein Stück in die Fahrbahn bauen lassen, auf diese Weise würde sich an dieser Stelle die Straße einengen. Die Stadt erhofft sich davon, dass Kraftfahrer dann an dieser Engstelle ihre Geschwindigkeit weiter drosseln. Das Rathaus geht davon aus, dass dieses Projekt 2019 realisiert werden kann.