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Malen mit Freude am Leben

Im Foyer der Landesbühnen Sachsen würdigt eine Ausstellung das Werk der Malerin Lieselotte Finke-Poser

© Norbert Millauer

Von Wolfgang Zimmermann

Radebeul. Ohne Zweifel, sie ist die anerkannte Seniorin unter der zahlenmäßig sehr üppigen Mannschaft der Radebeuler Maler. Ihren runden Geburtstag wird Lieselotte Finke-Poser feiern, wenn das Jahr zu Ende geht. Denn ab dem 29. Dezember kann sie auf stolze 90 Jahre Leben zurückblicken. Zugleich also auf fast ein komplettes Jahrhundert Leben.

Bei Lieselotte Finke Poser ist das zunächst einmal ihre große Lust am Leben überhaupt. Dann natürlich ihr besonderes Metier; die Malerei. Und deshalb nutzte die Malerin die meisten ihrer Lebensjahre dafür, Bilder zu malen. Eigentlich hat sie das schon immer getan, seit sie zurückdenken kann. Und sie tut es heute mit nicht nachlassender Energie.

Ihre aktuelle Ausstellung zeigt ihr Lebenswerk im Foyer der Landesbühnen Sachsen. Die Vernissage dazu fand am Abend des 4. Dezember statt. Überwiegend zeigt die Ausstellung ihre in den sanften Aquarellfarben gemalten Bilder, aber auch Ölbilder und einen kleinen Teil an Kreidezeichnungen findet man ebenfalls in der Exposition.

Von der Schönheit der Natur

Lieselotte Finke Poser – die 1925 in Hessisch-Lichtenau (der Nähe von Kassel) geboren wurde – studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und war im Anschluss daran viele Jahre als Illustratorin vorwiegend im wissenschaftlichen als auch im Buchbereich beschäftigt. Die heute 50-Jährigen sind in ihrer Kindheit ganz sicher den wunderbaren Kinderbüchern begegnet, die von Lieselotte Finke-Poser illustriert wurden. „Beobachtungen am Wegesrand“ nannte sich eines dieser Bücher und es erzählte in Text und vor allem im Bild von der Schönheit der Natur.

Seit 1953 lebt und arbeitet sie in Radebeul und gehörte 1979 hier zu den Mitbegründerinnen des anerkannten Radebeuler Grafikmarktes. In der reizvollen Landschaft von Radebeul bis Moritzburg wiederum hat die Malerin ein üppiges Betätigungsfeld gefunden. Daneben widmete sie sich aber auch immer mal wieder dem Porträt, malte Kinder, alte Menschen, christliche Symbolfiguren.

Die aktuelle Ausstellung konzentriert sich vor allem auf Landschaften und Porträts. So zeigt sie eine „Abendstimmung“ (1999), widmet den „Kopfweiden bei Serkowitz“ ein Bild, hat den Dirigenten Kurt Masur in eindrucksvoller Gestik porträtiert und lässt es in ihrem Bild „Sturm“ fast körperlich spürbar stürmen.

Die Ausstellung wird bis ins kommende Jahr 2016 hinein zu besichtigen sein. Zeitgleich kann man unter dem Titel „Jung und Alt“ eine zweite Ausstellung von Lieselotte Finke-Poser im Radebeuler Familienzentrum auf dem Altkötzschenbrodaer Anger besichtigen.