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Marx plant heimlich Tunnel am Fetscherplatz

Auf Anregung des Stadtrats Hans-Joachim Brauns (CDU) lässt der Baubürgermeister die Idee prüfen – obwohl seine Partei sie ablehnt.

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Von Denni Klein

Dresdens Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) hat eine neue Tunnel-Idee: Diesmal geht es um den Fetscherplatz. Weil dort nach Freigabe der Waldschlößchenbrücke der Verkehrskollaps droht, bringt er nun eine „Zweiebenen-Lösung“ in die Diskussion ein. Das wurde aus Verwaltungskreisen bestätigt. Bürgermeister Marx war am Mittwoch selbst nicht zu sprechen. Er will prüfen, ob die Fetscherstraße unter dem Fetscherplatz durchgeführt werden kann. Damit soll der komplexe Knoten entlastet werden.

Der Anstoß dazu stammt von CDU-Stadtrat Hans-Joachim Brauns. Er hatte diese Idee am Wochenende auf der Klausurtagung der CDU-Fraktion eingebracht. „Wir haben das mit klarer Mehrheit abgelehnt. Kosten und Nutzen stehen in keinem Verhältnis“, sagt Fraktions-Vize Peter Krüger. „Das ist für uns kein Thema.“

CDU entthront „Beton-Brauns“

Brauns ist als Kämpfer für „leistungsfähige Trassen“ bekannt. Zuletzt brachte er trotz massiver Widerstände in der eigenen Partei die Fraktion dazu, einstimmig für die vierspurige Königsbrücker Straße zu stimmen. Seitdem reicht es vielen Mitgliedern. „Beton-Brauns“, wie er inzwischen intern genannt wird, wurde als Chef des Partei-Arbeitskreises für „Stadtentwicklung und Bau“ abgewählt.

Sein Nachfolger ist der langjährige Abteilungsleiter Straßenbau im Verkehrsministerium Bernd Rohde, der selbst lange Jahre den Spitznamen „Beton-Rohde“ trug. Brauns soll dem Vernehmen nach auch seinen Posten im Bauausschuss räumen. Die CDU will auf einen Kurs moderaterer Verkehrs- und Baupolitik einschwenken.