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Mehr als nur Zaungast

Oberfrauendorf lädt am Wochenende zum Reitturnier. Mit dabei ist Carolin Fleischer, aber nicht auf dem Pferd.

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© Frank Baldauf

Von Maik Brückner

Oberfrauendorf. Carolin Fleischer ist viel unterwegs. Oft auch zu Pferd. Denn die 27-Jährige ist eine leidenschaftliche Reiterin. Schon mit sechs stieg die Dippserin in den Sattel. Inzwischen hat sie ein eigenes Pferd, die zwölfjährige Stute Catana. Wann immer es ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Bergakademie Freiberg erlaubt, fährt sie zum Oberfrauendorfer Reiterhof Tögel, um von dort mit Catana in die Wälder zu reiten. „Mein Pferd gibt mir Kraft, auf seinem Rücken kann ich abschalten“, sagt sie. Vor ein paar Jahren nahm die junge Frau noch an Reit- und Springturnieren teil. Doch dort trifft man sie schon lange nicht mehr an. „Mir fehlt die Zeit, um mich dafür vorzubereiten“, sagt sie. Zwar macht es ihr Spaß, nur auszureiten. Doch ein bisschen sportliche Herausforderung muss schon sein. Und die fand sie vor einem Jahr in einer ganz anderen Disziplin, dem Distanzreiten. Hier gilt es, in möglichst kurzer Zeit eine lange Strecke zu absolvieren. Bisher ist sie etwa 55 Kilometer am Stück geritten.

Je nachdem, wie die Wege beschaffen und ausgeschildert sind, braucht sie drei bis fünf Stunden für so einen Ritt. Die Strecken sind so ausgelegt, dass die Pferde sie auch gut schaffen, ergänzt sie. „Bei unseren Wettbewerben sind immer auch mehrere Tierärzte vor Ort.“ Weil diese Art Wettkampf allerdings noch nicht so populär ist wie das Springen, gibt es in der Region nur wenige Turniere. Carolin Fleischer muss deshalb oft weit fahren, um sich mit anderen Reitern zu messen. Ihren ersten größeren sportlichen Erfolg holte die junge Frau auch deshalb im nordsächsischen Schildau. Ende April wurde sie dort Zweite.

Am kommenden Wochenende wird sie wieder an einem Turnier teilnehmen, diesmal allerdings nicht als Reiterin, sondern als Helferin. Denn einmal im Jahr veranstaltet ihr Verein, der Glashütter Pferdesportverein, ein großes Springturnier in Oberfrauendorf. Da wird jede helfende Hand gebraucht, auch die von Carolin Fleischer. Zusammen mit dem Freitaler Schwesternpaar Claudia und Jessica Kögler wird sie sich um die Bewirtung der Reiter, der Veranstalter und der Gäste kümmern. Bammel hat die 27-Jährige nicht. Schließlich sei man ein gutes, eingespieltes Team, sagt sie. Die drei verbindet nicht nur das gleiche Hobby, der Pferdesport. Sie sind auch Freundinnen, die zusammen shoppen, ins Kino oder zur Disko gehen. Wenn es sich anbietet, reiten sie auch zusammen durch die Oberfrauendorfer Wälder.

Ab Freitag sind die organisatorischen Fähigkeiten der drei gefragt. Immerhin erwartet der Verein rund 700 Besucher, die von Freitag bis Sonntag verköstigt werden wollen. Knapp 20 Helfer werden die drei jungen Frauen unterstützen. Carolin Fleischer ist sich sicher, dass auch diesmal alles funktioniert. Schließlich konnte das Gespann schon Erfahrungen sammeln. Seit 2010 hält es die Fäden für das Catering in den Händen. Die drei wissen, was gut geht und was man nicht anzubieten braucht. Jede von ihnen bringt auch was Eigenes mit. Carolin Fleischer wird dieses Jahr wieder auf Bewährtes setzen: Sie wird einen Buttermilchkuchen backen. Der kam bei den Turnieren in den letzten Jahren gut an, sagt sie und lächelt. Nach dem Turnier warten wieder große Aufgaben. Denn Anfang Juni findet im brandenburgischen Zernikow das nächste Distanzreit-Turnier statt, an dem sie teilnehmen will. Erstmals möchte sie auf einer 66 Kilometer langen Strecke reiten. „Ich bin sehr gespannt“, sagt sie.