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Mehr Geld für Hausbesuche

Die Kassen fördern bestimmte Arztleistungen mit elf Millionen Euro. Der Streit ums Honorar ist aber noch nicht vom Tisch.

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Von Steffen Klameth

Dresden. Wenn Ärzte ihre Patienten zu Hause besuchen, dann ist das immer mit besonderem Aufwand verbunden. Die Folge: Die Zahl der Hausbesuche nimmt seit Jahren ab. Nun soll sich dieser Trend wieder umkehren. Ab Oktober erhalten Sachsens Kassenärzte für diese Leistung mehr Geld. Insgesamt rund sechs Millionen Euro stehen dafür im Honorartopf zur Verfügung. Weitere fünf Millionen Euro sollen unter anderem Kinderärzten zugute kommen, die neue Patienten annehmen. Ebenfalls gefördert wird die nächtliche Dialyse-Behandlung von Berufstätigen.

Die Förderung der Hausbesuche erfolgt zusätzlich zur Wegepauschale, die die Ärzte als Art Kilometergeld erhalten. Die Kassen erhoffen sich davon „eine höhere Bereitschaft der Ärzte, im Bedarfsfall medizinisch notwendige Hausbesuche durchzuführen“, heißt es in einer Mitteilung der AOK Plus. Wie stark der Anreiz ist, muss sich aber noch zeigen. Die Kassenärztliche Vereinigung hatte nämlich außerdem eine Erhöhung der Wegepauschale gefordert. Zur Begründung führte sie an, dass diese Pauschale seit fünf Jahren unverändert rund 15 Millionen Euro beträgt. Mit diesem Ansinnen sind die Ärzte jetzt vor dem Schiedsgericht gescheitert.

Insgesamt können die 7.700 Kassenärzte dieses Jahr mit einer Erhöhung ihrer Honorare um 8,4 Prozent rechnen. Das entspricht einem Plus von rund 84 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Allerdings haben die Kassen gegen einen Teil der Vereinbarung geklagt. Eine Entscheidung des Sozialgerichts dürfte erst 2014 fallen.