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Mehr Licht für die Baumschule

Die Familienbetrieb Lux hat seinen Sitz in Rippien für 700 000 Euro ausgebaut.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Stephan Klingbeil

Rippien. Die „Kurfürstin Sophie“ grüßt nun vor der Fassade des neuen Büros. Die Beetrose ist eine von mehreren Pflanzen, die derzeit in der Spätsommersonne gedeihen. Die Gartenbaumschule Lux hat ihren Betriebssitz im Bannewitzer Ortsteil Rippien ausgebaut und legte bei der anderthalbjährigen Frischekur entlang des neuen Gebäudetrakts auch das bunte Beet mit Sukkulenten, Tafeltraube, Sicheltanne und mit jener wohlduftenden „Kurfürstin“ an. Die Bauarbeiten, die im März vorigen Jahres an der Nöthnitzer Straße in Rippien begannen, sind nun beendet. Rund 700 000 Euro hat die Gartenbaumschule Lux in den Umbau des dortigen Unternehmenssitzes investiert. Nachdem das baufällige, 1764 errichtete frühere Wohnhaus am Eingang zum Hof abgerissen worden war, wich auch der Gebäudeteil, in dem sich jahrzehntelang der Sanitärtrakt des Betriebs befand. Die alte Scheune indes blieb während der Sanierungsarbeiten stehen. Hier werden den Winter über viele Tausende Pflanzen untergestellt.

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Bei Ausflügen mit Kindern stehen Erlebnis und Abenteuer im Vordergrund. Das sollte bei der Tourenplanung und beim Packen des Rucksacks bedacht werden.

„Für diesen Zweck musste sie nicht umgebaut werden“, erklärt Inhaberin Judith Henke. „Für den Rest des Dreiseithofs war es aber an der Zeit. Das alte Büro platzte aus allen Nähten. Und unsere 20 Mitarbeiter haben nun endlich ordentliche Duschen, es gibt jetzt neue Umkleiden.“ Der Bürotrakt mit den großen Fensterwänden bietet nun reichlich Platz und Helligkeit. Der ebenfalls gläserne überdachte Gang im Außenbereich verbindet Büroanbau mit neuem Sanitärtrakt und der Scheune. Auch der Hof wurde gestaltet, im hinteren Bereich entstanden neue Parkflächen.

Dahinter erstreckt sich das Herzstück des Unternehmens, das einen Jahresumsatz von rund 1,1 Millionen Euro macht – die Produktion. Egal, ob Stiefmütterchen, Esskastanien, Birnenbäume und schmuck getrimmte Formgehölze: Hier wachsen unzählige verschiedene Pflanzen. Wie viele es sind, weiß selbst Judith Henke nicht genau. „Im Juli fiel unsere Pumpe aus, das geschlossene Bewässerungssystem hier funktionierte nicht mehr und wie mussten alle Pflanzen per Hand gießen“, erinnert sich die Gartenbauingenieurin aus Possendorf. „Es war sehr heiß und wir kamen gar nicht richtig hinterher mit dem Gießen.“

Jenseits des rund 20 000 Quadratmeter großen Betriebsgeländes erstrecken sich neun Hektar mit Anbauflächen der Gartenbaumschule. Auf den Feldern, die zusammen ungefähr so groß sind wie zwölf Fußballplätze, hat nun die Ernte begonnen.

Veredelt nach neun Monaten

Wie jedes Jahr werden zunächst die Nadelgehölze aus der Erde geholt. Später im Oktober folgen die Laubbäume und Sträucher. „Solange die Böden warm sind, kann man die Bäume dann noch im Garten pflanzen“, so Judith Henke. Vor allem Obstbäume, Sträucher, winterfestes Gehölz allgemein, verkauft der Familienbetrieb, für den auch ihr Mann Gerd Henke tätig ist. 80 Prozent der Käufer seien Privatkunden. Für Gartenlandschaftsbau, Händler und Friedhöfe gibt es auch allerlei. Darüber hinaus veredelt der Betrieb seit Jahren alte Obstbäume.

„Das ist die Spezialität von meinem Großvater“, sagt Judith Henke. Dabei bringen Kunden ein paar Zweige von Bäumen teils alter Obstsorten dorthin. Die werden dann ab Dezember gehegt und gepflegt –  und im nachfolgenden September können sie abgeholt und eingepflanzt werden. „Das dauert neun Monate, ist quasi wie eine Schwangerschaft“, erklärt die 33-Jährige, die selbst Kinder hat, und schmunzelt.

Ihr Großvater, Konrad Lux, war zu DDR-Zeiten Betriebsleiter in Rippien. Seit Anfang der 1960er-Jahre ist er dabei. Nach der Wende übernahm er das Areal, musste sich aber rasch nach neuen Umsatzmöglichkeiten umsehen. Auf einem damaligen Ackergrundstück an der B 170 in Bannewitz begann er den noch heute bestehenden Privatkundenverkaufstandort aufzubauen – noch ehe Obi, McDonald’s oder Real-Markt auf der anderen Straßenseite entstanden. Der inzwischen 79-Jährige übergab Anfang 2008 die Geschäfte an seine Enkelin, die seit fast genau zehn Jahren in der Gartenbaumschule mitarbeitet. Noch immer kümmert sich der Rentner um Auftragsveredelungen.