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Mehr Platz zum Wachsen

Die Wilsdruffer Firma Maschinen- und Anlagenbau rüstet Tagebaue aus. Jetzt wurden Millionen in eine neue Halle investiert.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Hauke Heuer

Wilsdruff. Riesige Metallelemente schweben an großen Portalkränen durch die Halle. Wohin das Auge reicht, wird geschweißt und genietet. In der Wilsdruffer Maschinen- und Anlagenbau GmbH (WIMA) in Grumbach ist alles eine Nummer größer. Kein Wunder, denn hier werden große Siebmaschinen und Waschmaschinen hergestellt, die auf Baustellen, in Tagebauen oder Steinbrüchen zum Einsatz kommen. Die Geräte können auf riesigen Sieben oder in großen Waschtrommeln Sand und Geröll in seine Bestandteile aufteilen und organische Verunreinigungen aussortieren. Die größten Exemplare wiegen 27 Tonnen und haben die Ausmaße eines Lkws, doch auch kleinere Modelle mit 600 Kilogramm Eigengewicht stehen im Portfolio.

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Pünktlich zum zehnjährigen Firmenjubiläum, das Anfang Juni begangen wird, will das Unternehmen wachsen. Eine neue Halle für 2,7 Millionen Euro erweitert die Produktionsfläche um 2 000 Quadratmeter. „Wir wollen unsere jährliche Produktion von 85 auf bis zu 110 Maschinen im Jahr erhöhen“, erklärt Geschäftsführer und Gesellschafter Günter Specht. Der Schritt sei notwendig, weil man keine Marktanteile an die Konkurrenz verlieren wolle.

In der neuen Halle soll ausschließlich die Endmontage, der in den benachbarten Hallen vorgefertigten Maschinenteile, stattfinden. Die Trennung wird bewusst vollzogen, um die finalen Arbeitsschritte in einem sauberen Bereich durchführen zu können. Darüber hinaus wurden Prüfstände eingerichtet. Hier wird jedes Gerät umfangreichen Tests unterzogen. „Die Maschinen werden hierfür auf Federn gelagert. Ansonsten würden bei den Nachbarn die Gläser im Schrank wackeln“, sagt Specht. Der Grund: Die Maschinen arbeiten mit Motoren, die eine Unwucht erzeugen. Durch die Vibrationen rieselt das Material durch die Siebe.

Eine echte Innovation ist der sogenannte Liftmaster, der in der neuen Halle seinen Platz gefunden hat. Auf einer Fläche von nur neun Quadratmetern steht ein in sich geschlossenes Regalsystem, das bis zur Decke der 9,50 Meter hohen Halle ragt. Auf Knopfdruck liefert das System genau die richtigen Schrauben, die für einen Arbeitsgang benötigt werden. „Wir sparen mit diesem System viel Platz und haben immer einen genauen Überblick darüber, welche Teile vorhanden sind und welche nachbestellt werden müssen“, erklärt Specht die Vorteile der Technik.

Darüber hinaus wurden in der Halle zwei neue Portalkräne installiert, die jeweils eine Last von 16 Tonnen tragen können. Gemeinsam sind sie in der Lage, die gigantischen Maschinen scheinbar mühelos an die richtige Stelle schweben zu lassen.

Dass die WIMA heute ihre Kapazitäten ausbaut, ist keine Selbstverständlichkeit. 2006 ging die Bräuer Maschinen- und Anlagenbau GmbH an diesem Standort insolvent. Specht und 28 Mitarbeiter blieben zurück und saßen auf 1,2 Millionen Euro Schulden. In der Folge übernahm die Familien-Holding Doopstadt aus dem nordrhein-westfälischen Velbert das Unternehmen. „Wir brauchten damals einen starken Partner, um die Arbeitsplätze zu sichern und den Betrieb aufrecht zu erhalten“, erinnert sich der Geschäftsführer.

Rückblickend war die Übernahme die richtige Entscheidung. Heute arbeiten 70 Menschen bei der WIMA. Das Unternehmen wächst. „Wir stellen nach wie vor neue Mitarbeiter ein. Leider haben wir derzeit nur einen Auszubildenden. Die Konkurrenz am Ausbildungsmarkt ist durch die Automobilindustrie, die teils bessere Konditionen bietet, groß“, sagt Specht und hofft auf mehr Interessenten.

Die Zukunft des Unternehmens scheint in jedem Fall gesichert. Derzeit würden alleine in Deutschland in rund 3000 Abbaustellen im Schnitt fünf Siebmaschinen zum Einsatz kommen, so Specht. Rund 500 neue Maschinen werden im Jahr benötigt. „Dabei muss man wissen, dass wir nicht nur hierzulande aktiv sind. Unsere Maschinen stehen auch am Baikalsee und in den Vereinigten Arabischen Emiraten“, berichtet der Geschäftsführer.