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Die Fronten bleiben verhärtet

Schaumaplast stößt giftige Gase aus. Zu viel? Das ist bis heute ungeklärt. Ein Kommentar von Uta Büttner.

Anwohner klagen über gesundheitliche Probleme, sprachen schon von toten Küken und darüber, das Gemüse in ihren Gärten nicht essen zu können.
Anwohner klagen über gesundheitliche Probleme, sprachen schon von toten Küken und darüber, das Gemüse in ihren Gärten nicht essen zu können. © Claudia Hübschmann

Stößt Schaumaplast nun gesundheitsgefährdende Gase in zu hohem Maße aus oder nicht? Das ist die Gretchenfrage im Streit der Anwohner mit dem Unternehmen. Seit vier Jahren wird darüber diskutiert. Die Anwohner klagen über gesundheitliche Probleme, sprachen schon von toten Küken und darüber, das Gemüse in ihren Gärten nicht essen zu können. Beweise dafür gibt es nicht. Schaumaplast hingegen redete nur von Wasserdampf, mit dem sie arbeiten würden. Eine Gesundheitsgefährdung würde nicht bestehen.

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Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Oder auch nicht. Niemand weiß es ganz genau. Geklärt ist inzwischen, dass es hin und wieder stinkt. Der Grund ist Styrol, das bei der Produktion von Schaumstoffteilen in die Umwelt abgegeben wird. Nachgewiesen wurde auch Pentan bei den Anwohnern. Also doch nicht nur Wasserdampf. Es sind Gase, die vermutlich niemand vor oder hinter seiner Haustür haben möchte. Doch die Konzentration ist nur sehr gering, das Kreisumweltamt geht deshalb von keiner Gesundheitsgefährdung aus. Schaumaplast zeigt sich natürlich zufrieden, die Anwohner nicht. Denn die Messungen hatten nur orientierenden Charakter, ob überhaupt beide Gase bei ihnen ankommen. Würden andere, längere Messungen ein anderes Ergebnis bringen? Das Umweltamt geht nicht davon aus, entsprechend seien die damit verbundenen Kosten unverhältnismäßig.

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Die Gretchenfrage ist damit also nicht vollständig beantwortet. Genau das ist der Knackpunkt. Nur mit Messungen unmittelbar über den Dächern von Schaumaplast könnte festgestellt werden, was und wie viel eigentlich die Firma emittiert. Schaumaplast erlaubt es nicht. Hausrecht. Und ist es überhaupt wichtig? Interessant ist doch nur, was bei Anwohnern ankommt. Wirklich? Fakt ist: Solange diese Messungen nicht erfolgen, wird es wohl auch keine Ruhe in Nossen am Gewerbegebiet Augustusberg geben.

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